Orts-Check - Die Gemeinde mit der kleinsten Gemarkung im Landkreis geht schon lange sorgsam mit ihrer Fläche um
Orts-Check: Konsequent innen statt außen
Von Irmgard Walderich
WANNWEIL. Wannweil hat Wachstumspotenzial nach innen. Und das reichlich. Bescheiden sind dagegen die Flächen rund um die Gemeinde. Jetzt soll das Gebiet um das Feuerwehrhaus entwickelt werden. Ein entsprechender Antrag um Aufnahme ins Landessanierungsprogramm läuft.
Wannweil soll wachsen, aber nicht in die grüne Fläche rundherum.
FOTO: Manfred Grohe
Die mit 550 Hektar kleinste Gemarkung im Landkreis Reutlingen geht schon lange sorgsam mit ihren Flächen um. Erst in diesem Jahr haben Verwaltung und Gemeinderat einen wegweisenden Beschluss gefasst. Danach bleiben die Echazauen auch künftig das, was sie jetzt sind: ein grüner Bereich in dem der Fluss noch etwas kurven darf, bevor er wieder in sein innerörtliches enges Bett gezwängt wird.
Entscheidung mit Weitblick
Im Flächennutzungsplan waren die Auen noch als mögliches Wohngebiet vorgesehen. Das will heute niemand mehr. Vor allem auch, weil ein neues Wohngebiet an dieser Stelle eine Anbindung mit einer weiteren Echazbrücke nötig gemacht hätte. Einstimmig fiel der Beschluss im Mai im Wannweiler Gemeinderat, die Auen nicht anzutasten. Eine Entscheidung mit Weitblick und Augenmaß. Den Bewohnern bleibt so ein grünes Gebiet vor der Haustüre dauerhaft erhalten. Aber auch Wannweil will jungen Familien Bauplätze bieten. Das derzeitige Feuerwehrgelände haben Verwaltung und Gemeinderäte als Nächstes ins Visier genommen. Nah am Ortskern, direkt neben der Echaz und einem großen Spielplatz ist es attraktiv für eine künftige Wohnbebauung. Die Feuerwehr soll dafür umgesiedelt werden. An den Ortsrand Richtung Kirchentellinsfurt, dort wo auch schon DRK und Bauhof ihren Platz haben. Also in passender Nachbarschaft. Das größte Wachstumspotenzial ist dagegen bisher noch nicht angezapft: Das Gelände der alten Spinnerei umfasst rund 20 Prozent des Gemeindegebietes. Eine große Chance für Wannweil, denkt Bürgermeisterin Anette Rösch. Allerdings ist das Gebiet in privater Hand. Die Entscheidung, welche Zukunft das Gelände hat, liegt also nicht in der Hand der Gemeinde, sondern bei der Besitzerin, der Holy-AG aus Metzingen. (GEA)
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