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Orts-Check - Überraschende Zahlen: 100 von 206 Befragten sind sich nicht sicher, ob Angebot für Jugendliche ausreicht

Orts-Check: Ab 16 Jahren wird's eher eng

Von Heiner Keller

WANNWEIL. Die Zahlen sind doch etwas überraschend. Auf unsere zweite Frage beim Wannweiler Orts-Check, ob das Angebot für Jugendliche im Ort ausreichend ist, antworten exakt hundert der insgesamt 206 Bürgerinnen und Bürger, die sich an der Umfrage beteiligt haben, mit »bin mir nicht sicher«. Das sind mit 48,5 Prozent immerhin fast die Hälfte der Befragten. 29,1 Prozent oder 60 Bürger sind der Meinung, dass die Jugendlichen im Ort genügend Freizeitangebote vorfinden; 22,3 Prozent, entspricht 39 Bürgern, glauben dies nicht.

Allseits beliebt: das Elfmeter-Turnier der Sporttage des SV Wannweil.  ARCHIVFOTO: TBÖ
Allseits beliebt: das Elfmeter-Turnier der Sporttage des SV Wannweil. FOTO: Till Börner
Erlaubt sei an dieser Stelle, die Zahlen ein wenig zu interpretieren: So mag es durchaus sein, dass bei der GEA-Umfrage per Zufall eher ältere Wannweilerinnen und Wannweiler befragt wurden, die die Belange und Vorlieben Jugendlicher nicht so sehr im Blick haben.

Nimmt man zunächst nur das Angebot der Vereine unter die Lupe, so gibt es da für Jugendliche doch allerhand: Von A wie Akkordeonclub bis S wie Sportverein. Letzterer, der SV Wannweil, ist der größte Verein in der Gemeinde mit derzeit 635 Mitgliedern, darunter 245 Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren. Der Fußball steht beim SV im Mittelpunkt, doch auch andere Sportarten wie Badminton, Volleyball, Turnen oder der Orientierungslauf haben sich unterm SV-Dach längst etabliert. Viel für Kinder und Jugendliche bieten die Kirchengemeinden in der Gemeinde an. Treffpunkte für die Jugend sind auch die Skateranlage und der Basketball-Platz bei der Uhlandschule.



Eng wird's für Jugendliche ab einem Alter von etwa 16 Jahren, in Wannweil ein altersgemäßes Freizeitangebot zu finden - das dürfte für Gemeinden von der Größe Wannweils öfter gelten. Jungs und Mädels in diesem Alter sind da schon eher in Richtung Stadt orientiert, wo In-Treffs, angesagte Cafés oder Diskotheken locken. Einen wesentlichen Bestandteil deckt die Gemeindebücherei ab - allerdings wendet sich die Bücherei mit ihrem großen Angebot an Medieneinheiten, dessen Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendbüchern liegt, vor allem an Vorschul- und Grundschulkinder. Alle Grundschüler kommen von Klasse 1 bis Klasse 3 mit ihrern Lehrern in der Bücherei vorbei zu »Höre die Geschichte« oder zu »Fortsetzung folgt«, bevor sie in Klasse vier ihren »Bücherei-Führerschein« machen, um sich im Reich der Bücher, CDs und DVDs gut zurecht zu finden - nach dem Motto: was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Ganz wichtig: das Jugendhaus. Gisela Ziegler kümmert sich dort schon seit vielen Jahren um heranwachsende Jungen und Mädchen im Alter zwischen 12 und 20 Jahren. Eines von vielen Zeichen für gelingende Integration: Etliche Jungs haben beim Sportverein inzwischen eine B-Jugendabteilung gegründet. «(GEA)



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