Natur - Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst über Forschung unter anderem in der Hessenhau- und Seligengrundhöhle

Neues aus der Unterwelt auf der Leinwand

GRABENSTETTEN. Tief eintauchen in die Unterwelt – zumindest per Film: Um Forschungsergebnisse unter anderem aus der Hessenhauhöhle und der Seligen-grundhöhle bei Blaubeuren geht es beim Gäste- und Informationsabend der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Höhle und Karst Grabenstetten heute, Samstag, 12. November, ab 19 Uhr in der (bewirteten) Falkensteinhalle in Grabenstetten. Der Eintritt ist frei.

Tief drinnen in der Höhle Pestera Topolnita in Rumänien. FOTO: ANDREAS SCHOBER
Tief drinnen in der Höhle Pestera Topolnita in Rumänien. FOTO: ANDREAS SCHOBER
Spannend ist die Seligengrundhöhle bei Blaubeuren, Udo Wieczorek zeigt einen Film darüber. Die Arbeitsgemeinschaft Blaukarst, ein Zusammenschluss von Höhlenforschern aus vier Vereinen der Schwäbischen Alb (darunter die Arge Grabenstetten), hat im November 2008 mit der Grabung in einer bewetterten Felsspalte im Gewann »Seligengrund« begonnen. Das Objekt war im Sommer 2008 bei einer Geländebegehung von einem Mitglied der Arge Blaukarst entdeckt worden. Die Höhle gehört zum Blauhöhlensystem und wird intensiv erforscht.

Ebenso wie die Hessenhauhöhle, in der im Sommer 200 Meter Neuland vermessen wurden. Thilo Müller, Geschäftsführer der Arge Grabenstetten: »Die Laichinger Diretissima ist ein großer, nach Norden ziehender Gangteil in der Hessenhauhöhle, der keinen größeren Bach enthält. Neben großen Tunnelgängen sind auch canyonartige Gangteile vorhanden, die zu Klettereien zwingen. Der hinterste Bereich ist mit wunderschönen Kristallen geschmückt, nach dem Urteil der Entdecker die bislang schönsten Gangpassagen der Hessenhauhöhle.«

Winterschutz für Fledermäuse

Ein weiteres Thema: Formen und Farben im Fuchslabyrinth bei Schmalfelden in Hohenlohe. Das Karstobjekt gehört mit über zwölf Kilometern Gesamtlänge zu den fünf längsten Höhlen in Deutschland. Es wurde 1974 von der Arge Höhle und Karst Stuttgart in einem Steinbruch entdeckt. Und schließlich wartet noch eine Multimediareise mit Film und Fotos in die Mehindinti-Berge im Süden der Karpaten. Der Titel: »Landschaften und Höhlen Rumäniens«.

Seit Jahren lädt die höhlenkundliche Forschungsgruppe Mitte November zu dieser Informationsveranstaltung nach Grabenstetten ein. Zumeist fällt dieser Termin auf den Beginn der besonderen Schutzzeit für Fledermäuse.

Die Tiere dämmern jetzt allmählich in den Winterschlaf und dürfen bis Mitte April nicht gestört werden. Die Schauhöhlen stellen ihren Betrieb über die kalte Jahreszeit ein. Fledermäuse gehören zu den besonders bedrohten und damit schützenswerten Tiergattungen, berichtet Christoph Gruner aus Grabenstetten, der stellvertretende Vorsitzende der 150 Mitglieder zählenden Arge. Doch diese Einsicht kommt für bestimmte Arten bereits zu spät.

»Die meisten Fledermäuse überwintern in Höhlen. Dabei reduzieren sie ihre Herzfrequenz immens. Bei jeglicher Störung wachen die Fledermäuse aus ihrem Winterschlaf auf und können in der kalten Jahreszeit keine Nahrung mehr finden«, sagt Gruner. Deshalb sollten Wanderer und Naturfreunde die Höhlen in den Wintermonaten möglichst nicht besucht werden. Auch die Höhlenforscher schränken sich in ihrer Forschungstätigkeit in den Wintermonaten stark ein. (eg)





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