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Energie - Stadt und AKE Metzingen beschäftigen sich mit Klima-Konsens und den Leuchten in öffentlichen Gebäuden

Metzingen will durch neues Licht gewaltig sparen

Von Norbert Leister

METZINGEN. Allein durch den Austausch der Leuchtröhren und Halogenstrahler in der alten Öschhalle kann gewaltig Energie und Geld gespart werden. Das berichtete Ulrich Neubrander vom städtischen Hochbauamt am Dienstagabend während der Sitzung des Arbeitskreises Klima und Energie (AKE) - und traf auf einhellige Begeisterung: Mehr als zehn Tonnen CO2-Ausstoß werde durch neue Leuchtmittel vermieden. Der Clou an der Sache: Die Amortisationszeit liege laut Neubrander bei den Deckenleuchten bei deutlich unter einem Jahr. »Das ist ja gigantisch«, entfuhr es Frieder Handel, dem AKE-Vorsitzenden, daraufhin.

Die klassische Glühbirne: Viel Wärme für wenig Licht.
Die klassische Glühbirne: Viel Wärme für wenig Licht. FOTO: dpa
Erreicht werde das durch die deutlich höhere Lebensdauer der LED-Leuchtmittel: Die neuen Röhren sind mit 50 000 Stunden Lebensdauer angegeben, die alten gerade mal mit 15 000. Noch drastischer zeigt sich das Ergebnis bei den Deckenstrahlern: Laut Hersteller-Angabe sollen die bisherigen jeweils 4 000 Stunden leuchten, die neuen aber ebenfalls 50 000 Stunden. »Das ist ein enormes Einsparpotenzial«, so Handel. Immerhin finden sich im Flur von Ösch I, im Foyer und den Umkleiden 76 solcher Strahler. Zusätzlich seien dort 17 Neonröhren mit 58 Watt installiert, die entweder durch 18 Watt oder 23 Watt LED-Röhren ersetzt werden sollen. Hier liege wegen des höheren Preises die Amortisationszeit zwischen knapp 3 und 5,2 Jahre. Aber auch das sei noch völlig im Rahmen, befanden die AKE-Mitglieder. Laut Ulrich Neubrander wurde bisher allein die »alte« Öschhalle untersucht, wo sich durch die Investition von rund 4 500 Euro eine Stromeinsparung pro Jahr von etwa 15 Prozent ergebe.

Diese »Ersparnis« soll im Übrigen laut dem Klima-Konsens - für den der AKE wichtige Vorarbeit geleistet hatte und der vor Kurzem vom Metzinger Gemeinderat verabschiedet wurde - gleich wieder investiert werden. Und zwar in weitere Konzepte, mit denen wiederum Energie eingespart werden kann. Bevor jedoch Giancarlo Bragagnolo, technischer Leiter der Stadtwerke Metzingen, den verabschiedeten Klima-Konsens im Kreis der AKE-ler erläuterte, verwies Neubrander noch darauf, dass die Leuchtmittel in der Neuhäuser Hofbühlhalle ebenfalls ausgetauscht werden sollen. Und auch an Schulen und in Verwaltungsgebäuden stehe dieses Thema bei dem großen Einsparpotenzial jetzt natürlich an.



»Betriebe verbrauchen 70 Prozent der gesamten Energie in Metzingen«
 

Die »richtig großen Stromfresser« in den Hallen - also jene Quecksilberdampfleuchten, die den Sportbetrieb erhellen - könnten zurzeit jedoch noch nicht ausgetauscht werden. Warum? Weil es an sinnvollen Alternativen mangle, die jene Leistung der bisherigen Lampen erzeugen. »Mit LED bringen wir nicht die notwendige Zahl von 300 bis 500 Lux auf den Boden«, so Ulrich Neubrander. Allerdings schätzt er, dass die Entwicklung in dem Bereich in den kommenden zwei Jahren so weit sei, dass die erforderliche Leistung erreicht werde.

Zum Klima-Konsens: Speziell ein Aktionspaket beschäftigte den AKE in seiner ersten Sitzung 2012 - wie besonders die Betriebe und Unternehmen in der Stadt zum Energiesparen animiert werden könnten. »Immerhin verbrauchen sie 70 Prozent der gesamten Energie in Metzingen«, so Frieder Handel. Bragagnolos Vorschlag, einen interaktiven Fragebogen auf der Homepage der Stadt einzustellen, damit die Unternehmen und ihre Mitarbeiter sich mit dem Thema beschäftigen, nahmen die AKE-ler eher skeptisch auf. Vor allem auch angesichts der Äußerung von Unternehmer und Alt-Stadtrat Reiner Sauter: Wenn nämlich gerade mal 2,1 Prozent der Produktkosten Energiekosten seien, dann wolle sich kaum ein Unternehmer mit diesem Thema beschäftigen. Dennoch werden die Stadtwerke gerade hier am Ball bleiben, drei Unternehmen habe Bragagnolo schon an der Hand, die diesen Internet-Fragebogen ausfüllen wollen. (GEA)



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