Stadtentwicklung - Großes Interesse an der Bürgerversammlung zum Thema Zukunftswerkstatt in der Stadthalle
Metzingen macht Betroffene zu Beteiligten
VON RUDOLF LEINS
METZINGEN. Der Anfang ist gemacht. Und er verlief vielversprechend. Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler will Kraft, Wissen, Ideen und Kompetenz der Bürgerinnen und Bürger nicht brachliegen lassen. Dies hatte er schon im Wahlkampf angekündigt. Jetzt hat er die Leute ins Boot geholt. Fünf Zukunftsteams sind formiert und können ihre Arbeit aufnehmen. Sie sollen Visionen und kleine umsetzbare Schritte aufzeigen, wie Metzingen diese Visionen bis ins Jahr 2020 realisieren kann.
Die Gruppen werden vom Gemeinderat sehr konkrete Aufgaben bekommen und sollen das Ergebnis ihres Bemühens in einer weiteren Bürgerversammlung im Herbst präsentieren. Dann wird der Gemeinderat über die vorgeschlagenen Schritte entscheiden und anschließend weitere Aufgaben für die Teams formulieren. Damit - so beschrieb es Stadtrat Dominic Esche von den Bündnisgrünen - werden Betroffene zu Beteiligten.
Viele Rückmeldungen
Am Donnerstagabend war Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung zur Zukunftswerkstatt Metzingen 2020 und 200 Interessierte ließen sich nicht lange bitten. Völlig unverkrampft fanden sie sich zu Arbeitsgruppen zusammen. »Ich freue mich über die Art der Beteiligung und die vielen Rückmeldungen. Wir sind auf einem guten Weg«, sagte OB Fiedler. »Es wird heute ein bisschen anders laufen«, stimmte Moderator Axel Flinker die durchaus erwartungsvollen Besucher in der Stadthalle ein. Denn Ziel und Anliegen der Zukunftswerkstatt seien es, die Bürgerinnen und Bürger langfristig an der Entwicklung der Stadt zu beteiligen. »Jeder, der möchte, kann mitmachen«. Dies geschah noch am Abend. In kleinen Gruppen diskutierten die Metzinger ihre Themen und brachten Vorschläge ein. Vorschläge, die - auf kleinen Karten festgehalten - in den Entwicklungsprozess mit einfließen werden.
Vorbereitet wurde die Aktion durch eine Arbeitsgruppe aus Kommunalpolitikern und Fachleuten in Nördlingen. Sie formulierten für fünf Bereiche Visionen, Ziele, die in Metzingen bis zum Jahr 2020 Realität werden sollen. Dabei wurden nur Ziele in den Katalog aufgenommen, die in der Arbeitsgruppe auf Einstimmigkeit stießen. Die fünf Bereiche umfassen soziale Lebenswelt, Bildung und Betreuung; Stadtentwicklung; Umweltschutz und Energie; Infrastruktur und Verkehr sowie Tourismus.
Hohe Erwartungen
Als Ziele, die Metzingen bis 2020 erreicht haben soll, werden genannt eine barrierefreie Stadt, ein Stadtpark, ein gutes Radwegenetz und einen Stadtverkehr mit alternativem Antrieb, um nur einige wenige zu nennen. Diese Ziele wurden formuliert allein nach dem Gesichtspunkt, ob sie wünschenswert sind oder nicht. Andere Aspekte, beispielsweise die Finanzierung spielen eine untergeordnete Rolle. Und schon am Donnerstagabend wurden viele kleine Schritte vorgeschlagen, die schnell umgesetzt werden können.
Mit dieser Art der Bürgerbeteiligung, die nur wenige Vorbilder hat, weckt Metzingen hohe Erwartungen und hat sich eine ausgesprochen anspruchsvolle Aufgabe gesetzt, resümierten Fiedler und Flinker am Donnerstagabend.
Die ersten Interessenten für die Zukunftsteams haben sich gemeldet. Weitere Interessenten sind willkommen. Sie sollten sich bis Freitag, 26. März, bei der Stadtverwaltung melden. (GEA)
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