Jugendhaus - Gemeinderat und Stadtverwaltung wissen die in der Mühlstraße 10 geleistete Arbeit zu schätzen
Manchmal schon zu gut besucht
VON THOMAS FÜSSEL
METZINGEN. Sie wissen, was sie aneinander haben, die Stadt am Jugendhaus, das Jugendhaus an der Stadt.
»Die gute Arbeit im Metzinger Jugendhaus wird über die Grenzen der Stadt hinaus wahrgenommen«, freut sich Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler (in der Mitte hinten), der sich schon im Wahlkampf dort vorgestellt hat.
FOTO: Andreas Fink
Gemeinderat und Stadtverwaltung schätzen die Arbeit, die dort geleistet wird, das Jugendhaus, dass entsprechend »wohlwollend mit ihnen umgegangen wird«, wie Uwe Noppel, seit über dreißig Jahren in der offenen Jugendarbeit in Metzingen tätig, dem Gemeinderat erklärte. Die gute Nachricht: »Unsere Jugendlichen sind im Bildungssystem angekommen.« Das Gros der Besucher stellen Hauptschüler, doch zunehmend kommen auch Realschüler und Gymnasiasten.
Das Jugendhaus wird ausgesprochen gut besucht, sagt Noppel. Besser als viele andere im Kreis. So gut, dass es manchmal schon zu viel ist. So wurden an neun Öffnungstagen 568 Jugendliche gezählt, was einen Durchschnitt von 63 pro Tag ergibt. »Wir erreichen damit unsere Grenzen, weil wir uns immer auch um Einzelne kümmern«.
Uwe Noppel freut sich zwar über die große Resonanz, gleichwohl manchmal weniger mehr sei. Um bei Hausaufgaben oder Bewerbungen zu helfen, um Gerichtsbeschlüsse zu erklären oder die Jugendlichen dabei zu unterstützen, ungerechtfertigte Forderungen von Internet-anbietern abzuwenden. Auch gebe es immer wieder Probleme mit Eltern, Lehrern und Freunden, wo Beratungsgespräche notwendig seien.
Das alles sei sehr zeitintensiv und bringe das Jugendhaus auch räumlich an seine Grenzen. Ein, zwei kleinere Zimmer zusätzlich, um sich mit einzelnen Jugendlichen zurückziehen zu können, wären schön. Auch für die Jugendlichen, wenn die gestresst dort ankämen und deshalb nur »chillen« wollten, sagt Noppel, der zusammen mit seiner Kollegin Marion Weiße den Jugendhausbericht im Gemeinderat erläuterte, in dem auch auf die Grundlagen der Jugendarbeit verwiesen wurde, die auf einer wertschätzenden und akzeptierenden Einstellung den Jugendlichen gegenüber fußt.
13-Jährige noch zu jung
Nichts ist stetiger als der Wandel, was vor allem auch auf das Jugendhaus zutrifft: Nach der Sommerpause tauchte zusätzlich eine Gruppe von rund zwanzig Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 14 Jahren auf, Jugendliche, die sich zuvor auf der Straße herumgetrieben haben, die teilweise polizeibekannt seien. »Wir müssen hier genau hinschauen, was man mit dieser Gruppe machen kann«, sagt Uwe Noppel, wobei die Antwort nicht alleine das Jugendhaus geben könne. Denn: »13-Jährige sind doch etwas jung fürs Jugendhaus.«
Auf eine stärkere Vernetzung mit den Schulen angesprochen, erklärte Noppel, dass dies in Einzelfällen Vorteile haben könne, doch seiner Meinung nach überwiegen die Nachteile: viele Jugendliche, die sonst negativ auffielen, »sind bei uns völlig unproblematisch«. Eine starke Trennung zur Schule, ergänzte SPD-Gemeinderat Steffen Uebele, selbst in der Jugendarbeit tätig, sei durchaus wichtig. »Das Jugendhaus darf nicht der verlängerte Arm der Schule sein.«
»Machen Sie weiter so«, sagte CDU-Gemeinderätin Sybille Küßner an Uwe Noppel und Marion Weiße gewandt, »damit das Jugendhaus so lebendig bleibt, wie es ist.« Dies sei ein Ort, wo junge Menschen Unterstützung finden. Das in einem Maß, wie es nicht in jedem Jugendhaus der Fall sei. »Das ist eine überaus wichtige Aufgabe, die Sie hier wahrnehmen, besonders im Bereich der Prävention«, unterstrich Bernhard Mohr für die FDP. (GEA)
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