Stadtgeschichte - Allein im Gemüsekohl lag beim Krautwickelessen in der Metzinger Festkelter die Wahrheit

Lokalpolitik mit Humor gewürzt

Von Till Börner

METZINGEN. »Schwäbische Geschichten in Mundart, gepflegter Jazz und die himmlische Speise Metzinger Krautwickel mit Metzinger Weinen«, versprach der Arbeitskreis Stadtgeschichte (AKS) für das dritte Metzinger Krautwickelessen in der Festkelter. »Wir freuen uns saumäßig, dass wir wieder eingeladen wurden«, erklärten die Musiker des »Silent Jazz Trios«, die für die musikalische Unterhaltung sorgten und die Veranstaltung eröffneten, bevor Peter Rogosch als Vorsitzender des Arbeitskreises an das Mikrofon trat.

Der Krautkopf war nicht Deko, sondern Mittelpunkt in der Festkelter. Gudrun Mangold las dazu aus ihrem Buch.
Der Krautkopf war nicht Deko, sondern Mittelpunkt in der Festkelter. Gudrun Mangold las dazu aus ihrem Buch. FOTO: Till Börner
Er erinnerte das Publikum in der voll besetzten Kelter, dass Krautköpfe eine lange Tradition in Metzingen haben. Immerhin ist es ein großer, grüner Krautkopf, der das Wappen der Sieben-Keltern-Stadt zusammen mit einer Hirschstange seit dem Jahr 1616 ziert. Ganz besonders begrüßte Rogosch den Oberkrautkopfhäuptling, kurz OKKH, Ulrich Fiedler. Neugierig lauschte der Oberbürgermeister den 13 Krautwickelnachrichten, die der Vorsitzende verkündete und die aus aktuellen, lokalpolitischen Themen und einer guten Portion Humor bestanden. Vor allem mit der Energierversorgung hatte sich der Verein auseinandergesetzt und so schlug Peter Rogosch der Stadt die Gründung eines Krautwickelkraftwerkes vor. »Aus den verdauten Krautwickeln könnte Strom entstehen.«

Fiedler konterte

Auch die Idee, Krautköpfe, signiert von den Holy-Vorständen, an die Besucher der Outlets zu verschenken, kam in der Kelter ebenso gut an, wie der Vorschlag, die Reutlinger Straße in Krautwickelallee umzubenennen.

Mit Fachwissen über das Wachstum des Kopfkohls beeindruckte OKKH Ulrich Fiedler die Gäste und zitierte den griechischen Lyriker Alkaios von Lesbos, der gesagt haben soll, dass allein im Gemüsekohl die Wahrheit liege.

Als Höhepunkt des Abends las Gudrun Mangold aus ihrem Buch »Hunger ist der beste Koch - karge Zeiten auf der rauen Alb«. Als Autorin, Journalistin und Filmemacherin hat sie Beiträge für das ZDF, den SWR und das französische Fernsehen produziert, sowie Artikel im Stern und in überregionalen Tageszeitungen veröffentlicht.

Unter dem Motto »Wer et will, hot ghet«, berichtete sie über den Wein in der Region und das Dorf Kappishäusern, das mit seiner Höhe von 500 Metern über dem Meeresspiegel Deutschlands höchstgelegener Weinort ist. Auch die Städte Reutlingen und Tübingen kommen in ihrem Buch vor - allerdings weniger schmeichelhaft. Beide konkurrieren darum, wer den schlechtesten Wein anbaut.

Neben vielen Geschichten und zahlreichen Witzen über die mehrjährige, krautige Pflanze, stand ihr Genuss im Vordergrund. Knapp 200 Portionen Krautwickel mit Kartoffelpüree ließen sich die Besucher schmecken. Vom Wein ganz zu schweigen. (GEA)



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