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Sozialprojekt - Der Dörnacher Abiturient Simon Kirschner geht nach der Schule für ein Jahr ins peruanische Hochland

Lehrer bei den Ärmsten der Armen

VON EWALD WALKER

PLIEZHAUSEN. Simon Kirschner bewegt sich weltwärts. Zuvor muss er aber noch die Reifeprüfung ablegen.

Der Sozialausschuss des BZN-Gymnasiums in Rommelsbach unterstützt Simon Kirschner aus Dörnach (rechts im blauen Kapuzenpulli), der für den Verein »El Pueblo unido« für ein Jahr ins peruanische Hochland geht, um armen und benachteiligten Menschen Zugang zu Bildung zu verschaffen. Vorne links mit grünem Schal Pfarrerin Gerlinde Kappler, Mitbegründerin von »El Pueblo unido«.  FOTO: WALKER
Der Sozialausschuss des BZN-Gymnasiums in Rommelsbach unterstützt Simon Kirschner aus Dörnach (rechts im blauen Kapuzenpulli), der für den Verein »El Pueblo unido« für ein Jahr ins peruanische Hochland geht, um armen und benachteiligten Menschen Zugang zu Bildung zu verschaffen. Vorne links mit grünem Schal Pfarrerin Gerlinde Kappler, Mitbegründerin von »El Pueblo unido«. FOTO: WALKER
Der 19-jährige Abiturient am Bildungszentrum Nord (BZN) in Rommelsbach ist unter ein paar Dutzend Bewerbern vom Verein »El Pueblo unido« (das vereinte Volk) für ein einjähriges Schul-Praktikum in Peru ausgewählt worden. »Wir unterhalten in Cajamarcas eine Schule für die ärmsten der armen Kinder, und da wird Simon als Lehrkraft zum Einsatz kommen«, sagt Gerlinde Kappler, in der Erwachsenen- und Familienbildung tätige Pfarrerin, die »El Pueblo unido« mitgegründet hat.

Weit verbreitete Armut


Peru ist ein klassisches Dritte-Welt-Land mit viel Armut. Wie in fast allen armen Ländern fehlt es in diesem 20-Millionen-Land Peru an Bildungskonzepten, die die Interessen der Armen wahrnehmen. Bildung, Schulbildung und Ausbildung garantieren zwar keinen Ausstieg aus dem Teufelskreis der Armut, eine Grundbedingung, um auf ein menschenwürdigeres Dasein hoffen zu können, sind sie dennoch.



Weil der Zugang zu Bildung für die Armen schwer ist, entstand 1994 die Idee zum Bau einer eigenen Schule in Cajamarcas, einer 500 000 Einwohner zählenden Stadt im peruanischen Hochland. Sie trägt den Namen »Aulas abiertas«, was soviel heißt wie »offene Klassenzimmer« und hat als sinnstiftendes Motto: »Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern«.

Simon Kirschner soll in dem »weltwärts«-Projekt, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mitgetragen wird, als Lehrkraft in zwei Vorschulklassen und sechs Klassen der Grundschule zum Einsatz kommen. »Ich möchte sehen, wie es draußen in der Welt zugeht, während wir hier im Schlaraffenland leben«, beschreibt der junge Mann seine Motivation. Statt Zivildienst also ein soziales Jahr nach eigener Wahl.

Erst kommen noch Abiprüfungen


»Ich werde Englisch unterrichten, Einführungskurse am Computer geben und Workshops abhalten«, hat Simon Kirschner schon während des Auswahlverfahrens erfahren. Auf dem Reutlinger Weihnachtsmarkt hat Kirschner mit dem Sozialausschuss des BZN-Gymnasiums mit einem Stand schon mal Geld gesammelt. Ein Teil ging an die Organisation »Ärzte ohne Grenzen«, der andere wurde jetzt bei einer Spendenübergabe in der Schule an Gerlinde Kappler und den Verein »El Pueblo unido« übergeben. Die Stimmung im 20-köpfigen Sozialausschuss war bestens. »Dank Simon wissen wir genau, wo unser Geld hinkommt«, sagt eine Schülerin. »Die peruanischen Kinder freuen sich auf Simon«, blickt Gerlinde Kappler bereits nach vorne.

Simon Kirschner verspürt schon ein wenig Vorstartfieber. Vor seinem Aufbruch aus dem heimischen Dörnach hinaus in die Welt nach Südamerika zu einem einjährigen Aufenthalt, muss sich der Blondschopf allerdings für die Abitur-Klausuren noch auf den Hosenboden setzen. (GEA)

www.el-pueblo-unido.de



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