DETTINGEN. Knapp 100 Leute folgten der Einladung des Obst- und Gartenbauvereins Dettingen zum gestrigen Apfel-umgang. Die Interessierten versammelten sich um Paul Krohmer, der den Umgang durch seine Anlage im Hagenbucher fachlich begleitete. »Etwas Schorf ist an manchen Äpfeln dran, das ist aber kein Problem«, erklärte er gleich zu Beginn. Um die durch Pilze verursachte Obstbaumerkrankung einzudämmen, muss aber jedes Jahr einiges getan werden. »Die gefährlichste Zeit ist von der Blüte bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Äpfel etwa so groß sind wie Kirschen. Da muss gespritzt werden, um den Schorf in den Griff zu bekommen.«
Auch wenn viel Gegenteiliges behauptet wird, fällt die Ernte in Dettingen insgesamt positiv aus. Gut stehen die Streuobstwiesen da, während die Intensivplantagen im vergangenen Jahr noch voller hingen. Die pflegeintensiven Sorten Gala und Elstar werden sich nach Krohmers Ansicht auch dieses Jahr wieder am besten verkaufen lassen.
»100 bis 120 Millimeter Niederschlag im Mai und Juni sind zu viel«
Zu schaffen machte den Baumbesitzern allerdings der viele Regen der letzten Monate: Viele Früchte fingen an, zu faulen. »100 bis 120 Millimeter Niederschlag hatten wir im Mai und Juni. Das ist zu viel«, so Paul Krohmer. Neben vielen Fragen zu den verschiedenen Apfelsorten und der besten Pflege der Bäume diskutierten die Teilnehmer des Apfel-umgangs auch ganz praktische Dinge: Wie lässt sich am besten in den Plantagen mähen oder auf welche Art und Weise soll eine Leiter an den Baum gestellt werden, ohne dabei größere Schäden hervorzurufen?
Erfreut, aber auch verwundert stellten viele aus der Gruppe fest, dass der Feuerbrand dieses Jahr kaum ein Problem darstellt. Da zur kritischen Blütezeit die Bedingungen für die gefährliche Pflanzenkrankheit schlichtweg zu kühl waren, wurden die Bäume in diesem Jahr verschont. Gute Voraussetzung also, um sich in nächster Zeit Äpfel aus dem Ermstal schmecken zu lassen.
Das tun auch einige Spaziergänger oder Radfahrer, die an den vollhängenden Bäumen vorbeikommen und der Versuchung nicht widerstehen können. »Wenn man mal einen Apfel nimmt, ist das ja kein Problem. Ärgerlich ist das aber bei Nüssen oder Kirschen. Da ernten die Leute mit Eimern teilweise ganze Bäume ab«, ärgerte sich Paul Krohmer.
Verschiedene Meinungen gibt es auch über den aktuellen Mostobstpreis, der bei fünf Euro für hundert Kilo liegt. »Für den Start ist das o.k.«, wertete Krohmer. Alle waren sich jedoch einig, dass er sich nach unten nicht mehr bewegen sollte.
Der Umgang klang beim Hock im Mostbesen Gaiser mit Kaffee, Kuchen und natürlich einem Glas Most aus. (tbö)