Neckar + Erms
Verkehr - Schlusspunkt nach zwei Jahren: Der aus technischen Gründen gesperrte Bahnübergang Wielandstraße wird im Frühjahr für Autos und Co. geöffnet

Durchfahrt frei im Mai

VON MARKUS PFISTERER

METZINGEN. Fahrt frei für Autos und Co. »Spätestens im Mai« soll nach derzeitigem Stand der Bahnübergang Wielandstraße geöffnet werden. Diesen Zeithorizont nannte Stadtbauamtsleiter Konrad Berger auf GEA-Anfrage. Dann verliert die Wielandstraße ihren Sackgassen-Status und verbindet das Wohngebiet Amtäcker-Brühl mit der Alten B 28 (Ulmer Straße).

Die Wielandstraße war im Jahr 2002 gebaut worden, der Übergang über die Ermstalbahn erst vor zwei Jahren. Die Erms-Neckar-Bahn AG als Streckenbetreiberin hatte ihn einbauen lassen. In Betrieb ging er aber bis heute nicht. Die nötige Software für die Steuerung des elektronisch betätigten Bahnübergangs fehlte. Der Teufel liegt dabei im Detail. Mit der Inbetriebnahme des neuen Bahnübergangs allein ist es nämlich nicht getan. Brausen die roten Triebwagen der Ermstalbahn zwischen dem Metzinger Bahnhof und dem Neuhäuser Ortsende mit bis zu 80 Sachen doch gleich über vier Übergänge: an der Noyon-Allee, der Wielandstraße, der Kelternstraße und der Hofbühlstraße. Die Übergänge folgen so dicht aufeinander, dass ihre Schranken und Halte-Ampeln technisch aufeinander abgestimmt werden müssen. Synchronisierung heißt das Zauberwort. Diese muss eine ausgetüftelte Software leisten. Deren Programmierung hat ihre Zeit gedauert.



Vier Übergänge synchronisiert

Ausgetüftelt ist sie mittlerweile, installiert sein soll sie bis Anfang Mai. Dann werden die vier Bahnübergänge technisch zusammengeschaltet. Der Fahrgast merkt davon nichts. Wie bisher öffnen und schließen die Schranken eine knappe halbe Minute, bevor der Zug herannaht. Das Ganze läuft jetzt wie künftig vollautomatisch ab: Die Züge aktivieren die Bahnübergangstechnik, also Schranken und Ampeln, über sogenannte Einschaltkontakte am Gleis.

Ist der Übergang Wielandstraße nicht nur für Bahnen, sondern auch für Autos oder Zweiräder befahrbar, könnten die Heerstraße sowie die Kelternstraße in Neuhausen entlastet werden. Über die fließt bisher der Verkehr von und nach Amtäcker-Brühl. Nachteil der bald durchgängigen Wielandstraße: Den Anwohnern dort und in der Heerstraße könnte Mehrverkehr blühen, der sich bei Rückstaus auf der Ulmer Straße vor der Auchtertkreuzung Schleichwege durchs Wohngebiet zur Noyon-Allee suchen könnte. Allerdings sind derart lange Rückstaus seit der vollständigen Freigabe der Metzinger Ortsumfahrung die Ausnahme geworden. (GEA)



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