Sonderausstellung - Noch bis 7. November ist im Freilichtmuseum Beuren die Schau »Nur Mütter im Vaterland? - Mädchen und Frauen im Nationalsozialismus« zu sehen
Dorf unterm Hakenkreuz
BEUREN. »Nur Mütter im Vaterland? - Mädchen und Frauen im Nationalsozialismus« ist der Titel der Sonderausstellung, die noch bis zum Ende der Saison 2010 am 7. November im Freilichtmuseum in Beuren zu sehen ist. Die Schau stieß schon im vergangenen Jahr auf ein so reges Interesse, dass sie jetzt noch einmal gezeigt wurde.
Diese Austellung ist Teil eines engagierten Projekts aller sieben Freilichtmuseen in Baden-Württemberg, die sich unter dem Titel »Dorf unterm Hakenkreuz« verschiedenen Aspekten der Geschichte des sogenannten »Dritten Reichs« widmen.
Im Freilichtmuseum ging es darum, die Rolle der Frauen, gerade auch auf dem Land zu Zeiten des Nationalsozialismus, genauer zu betrachten. Dazu wurden Frauen der Jahrgänge 1920 bis 1930 befragt. Diese Zeitzeuginnen erzählten aus dem Blickwinkel von Frauen, die nicht nationalsozialistischer Ausgrenzung und Verfolgung ausgesetzt waren, sondern die Ereignisse als Mädchen und Jugendliche in ihren Heimatdörfern erlebten.
In der Sonderausstellung in Beuren werden Themen wie Schulzeit und Einbindung in die Jugendorganisationen des Nationalsozialismus, die Zeit des Arbeitsdienstes und der Alltag in den Familien anhand von Bildern und Exponaten aufgearbeitet.
Zeitzeuginnen befragt
Im Ausgedinghaus aus Aichelau, einem alten Bauernhaus aus Beuren selbst oder im alten Rathaus aus Häslach werden im Museum in Beuren direkte Bezüge zu ehemaligen Bewohnerinnen und deren Leben in der Nazi-Zeit hergestellt.
Das Museumsteam hat parallel zu der Ausstellung eine ganze Reihe von Begleitveranstaltungen organisiert. So stellt am Sonntag, 19. September, Ebbe Kögel unter dem Titel »Oifach nemme komma« Nachfoschungen über das Verschwinden der sogenannten »Viehjuden« im Mittleren Neckarraum an. Eine Lesung der Schauspielerin Dietlinde Elsässer zu »Maria beig. Ein lebensweg« beschließt am 3. Oktober die Reihe.
Ein eigens konzipiertes Faltblatt, das eigens für die Ausstellung konzipiert wurde, ist im Freilichtmuseum erhältlich. Die Begleitpublikation »dorf unterm Hakenkreuz - Diktatur auf dem Land im deutschen Südwesten«, herausgegeben von der Landesstelle für Museumsbetreuung und der Arbeitsgemeinschaft der sieben regionalen ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg, ist ebenfalls im Freilichtmuseum als auch im Buchhandel erhältlich.
Weitere Informationen zum Projekt »Dorf unterm Hakenkreuz« finden sich auch im Internet. Das Beurener Freilichtmuseum hat noch bis 7. November, außer montags, jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. (fl/GEA)
www.dorf-unterm-hakenkreuz.de
www.freilichtmuseum-beuren.de