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Schlagermusik - Der Rübgartener Klaus Jakob ist mit seinen »Russischen Puppen« immer wieder im Fernsehen präsent

Der singende Maurermeister

Von Ewald Walker

PLIEZHAUSEN. Hanna hat die Welt von Schlagersänger Klaus Jakob verändert. Als die vierjährige Tochter eines Musikredakteurs beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) das Lied »Russische Puppen« in der Auswahl für das Radioprogramm hörte, tanzte die Kleine sofort mit - der Titel der Band »Schlagerfeuer« war damit im NDR-Programm zu hören. Das Lied wurde populär und als Coverhit auch von anderen Gruppen gespielt.

Ob am Mikrofon oder mit der Kelle: Klaus Jakob macht auf Bühne und Baustelle eine gute Figur.  FOTO: WALKER
Ob am Mikrofon oder mit der Kelle: Klaus Jakob macht auf Bühne und Baustelle eine gute Figur. FOTO: Ewald Walker
PDie Schlagerband um den Rübgartener Sänger Klaus Jakob war nun in fast allen TV-Sendungen der Schlagermusik-Szene präsent: bei Florian Silbereisens »Herbstfest der Volksmusik«, bei Stefan Mross? »Immer wieder sonntags« (beide ARD), dem »Grand Prix der Volksmusik« (ZDF) und erst vor wenigen Wochen im »Großen Wunschkonzert« des NDR mit einem längeren Jakob-Interview.

Noch ist die Schlagermusik für Klaus Jakob Hobby. Er ist selbstständiger Maurermeister. Wenn er nicht singt, erledigt er Maurer-, Stuckateur- und Landschaftsgärtnerarbeiten. »Bei der Fahrt auf die Baustellen habe ich öfter mal das Textbuch auf dem Beifahrersitz liegen und die Musik-CD im CD-Player stecken«, erzählt Jakob von seinen ungewöhnlichen Übungsstunden.



»Natürlich ist es mein Traum, ganz von der Musik zu leben«
 
Aber wie wird ein schwäbischer Maurermeister bloß Schlagersänger? Als Junge schon immer gerne singend und Geschichten schreibend gründete Jakob die Band »Schlagerfeuer«. »Wir wollten eigentlich einen Sirtaki machen, doch die Mandoline klang eher wie eine Balalaika«, erinnert sich Klaus Jakob an den Anfang ihrer russischen Lieder. »Ich saß in Rübgarten in einem Biergarten und erinnerte mich an die Matroschkas«, erzählt der singende Maurer.

Er sah die vielen Puppen aus sich heraussteigen und schrieb so den Text zu den »Russischen Puppen«. Das Lied gefiel vielen Fans, wie die Fanpost belegt, die in Rübgarten eintraf und immer noch eintrifft. »Eure Musik ist klasse«, lautete der Tenor der Briefe aus dem ganzen Bundesgebiet und dem nahen Ausland.

Trotz Plattenvertrags und zahlreichen Auftritten weiß Jakob um die Schnelllebigkeit des Musikgeschäfts. »Natürlich ist es mein Traum, ganz von der Musik zu leben« hofft der 44-Jährige. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Zoran Stipic (Geige, Mandoline, Gitarre) und Thomas Dürr (Keyboard, Schlagzeug) möchte Klaus Jakob mit »Schlagerfeuer« auch im süddeutschen Raum noch mehr Fans gewinnen. Sie setzen dabei auf die »Wunschmelodie« im SWR 4-Hörfunkprogramm, die als Sprungbrett für Musik und Interpreten gilt.

Anfang April ist die neue CD auf den Markt gekommen. »Die Zarin von Russland« liegt ganz im Trend der »Russischen Puppen« und von »Zarenball«.

Die Schlagermusik ist Klaus Jakobs Welt und er steht zur Volksmusik und zu seinen Wurzeln als Maurer. »Ich gebe mich als Handwerker und kokettiere nicht mit einer Schlagerkarriere«, sagt er selbstbewusst. Doch gerne tauscht er Kelle mit Mikrofon.

Die Spuren von Zement und Speis an seinen Händen und in seinen Haaren bestätigen es an diesem Spätnachmittag beim Gespräch am Schönbuchrand. Ob singender Maurer oder mauernder Sänger mit wehendem Haar: Klaus Jakob wirkt authentisch. (GEA)



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