Ortsentwicklung - Bau der neuen Mitte von Walddorfhäslach geht mit Gebäuderestaurierung in die entscheidende Phase

Bald sind die Schmuckstücke dran

VON RALF RITTGEROTH

WALDDORFHÄSLACH. Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Start eines der größten Bauvorhaben in der Geschichte der Gemeinde Walddorfhäslach: die neue Ortsmitte. Alle Beteiligten sprechen weiter davon, dass der Startschuss für den Baubeginn im Frühling fallen soll. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Sicher scheint aber zu sein, dass die Arbeiten an den drei herausragenden Gebäuden in der Ortsmitte parallel verlaufen sollen. Das bedeutet, sowohl die alte Molkerei als auch der frühere Schweinemastbetrieb, sowie der historische Gasthof Ochsen werden gemeinsam saniert und denkmalgerecht restauriert.

Nach Informationen des Reutlinger General-Anzeigers müssen beim Ochsen aber noch Details umgeplant werden. Deshalb ist eine Planzeichnung, wie bei den beiden anderen Gebäuden, noch in der Überarbeitung.

Dieser Teil der Ortsmitte zwischen Hauptstraße, Talbrunnenweg und Haidlinsgasse dürfte bald zu einer einzigen Großbaustelle mit verschiedenen Schwerpunkten werden. Im Zentrum stehen die drei herausragenden Gebäude, die später als restaurierte Schmuckstücke das Bild von Walddorf prägen.

Bürgermeisterin Silke Höflinger hatte immer wieder von einer Multimillionen-Euro-Investition gesprochen. Insgesamt geht sie von etwa 20 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Inklusive Straßenbau und neuer Pflastersteine für Wege und Plätze. Für die 5 000-Einwohner-Gemeinde ist es gleichzeitig eine der wohl größten Investitionen überhaupt. Und der Zeitplan ist bekanntlich ehrgeizig: Im Jahr 2020 soll alles fertig sein.

Die bewegte Geschichte der Gebäude und ihre nächste Zukunft in Kürze:



Gasthof Ochsen. Erstmals urkundlich erwähnt wird ein »Ochsenwürth« im Jahr 1715. Das Gebäude in der Walddorfer Ortsmitte, in dem die Familie Heim über Generationen eine Wirtschaft betrieb, wurde aber mehrfach umgebaut und auch über die vergangenen 300 Jahre immer wieder vergrößert. Als letzte Ochsenwirtin war Emma Heim aktiv, die im Jahr 2000 starb. Danach war das große Anwesen mit dem markanten Holzsteg, der über die Rathausgasse ins Nachbargebäude führt, weitgehend ungenutzt und verfiel. Die jetzigen Ausmaße, mit Gasthof auf der einen und Nebengebäude auf der anderen Seite der Rathausgasse, hat der Ochsen in etwa seit dem 19. Jahrhundert. Ein Foto aus dem Jahr 1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, zeigt ein hell verputztes Anwesen. Darunter verbirgt sich Fachwerk. Dieses Prinzip soll auch bei der Restaurierung beibehalten werden. Ein Sprecher der Firma Jako-Baudenkmalpflege, die alle drei Gebäude restaurieren wird, hat dem GEA gesagt: »Dort, wo einst Putz war, wird in Zukunft auch Fassadenputz die Gebäudeteile prägen. Dort, wo Fachwerk zu sehen ist, soll es sichtbar bleiben.« Im fertig sanierten und restaurierten Ochsen sollen Wohnungen entstehen.



Alte Molkerei. Nicht ganz so alt wie der Gasthof Ochsen ist die alte Molkerei von Walddorf. Baubeginn war 1893. Und im Zeitalter der Dampfschiffe und Dampflokomotiven bekam auch die Molkerei eine Dampfmaschine. Das vier PS starke Aggregat trieb Riemen an, die zum Beispiel Geräte zur Butterproduktion in Gang setzten. Für dieses, damals hochmoderne technische Herzstück des Betriebes wurde auch der Schornstein gemauert. Er ist ebenso denkmalgeschützt wie die Molkerei. Ostern 1997 wurde der Betrieb für immer eingestellt. Fertig restauriert soll die Molkerei zum Kulturzentrum von Walddorfhäslach werden. Sie bietet dann Platz für Ausstellungen, Kunst, Kino und einer Gastronomie mit großem Außenbereich.



Ehemaliger Schweinemastbetrieb. Auch dieses Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert, also der Zeit des Kaiserreichs und wurde seinerzeit mit Elementen des Historismus errichtet. Dazu gehören die zweifarbigen Industrie-Ziegelsteine und das schmückende Fachwerk im oberen Bereich. Bis 2009 lief die Schweinemastproduktion. Fertig restauriert soll es das zentrale Ärztehaus für die Gemeinde werden. Auch Wohnungen sind geplant. Bauzeichnungen zeigen ein Haus mit großem Dachbereich und restaurierten Fachwerkelementen. Bürgermeisterin Silke Höflinger beurteilte das im GEA so: »Das ist für die Gemeinde im Bereich der gesundheitsmedizinischen Daseinsvorsorge von zentraler Bedeutung.« Das kleine Nachbargebäude des Schweinemastbetriebes, die alte Ölmühle aus dem 18. Jahrhundert, war im Januar abgerissen worden. (GEA)



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