Erziehung - Die Schulsozialarbeit an der Wannweiler Uhlandschule wurde ausgebaut. Mehr Zeit für Uta Steeb
Ansprechpartner für die Schüler
VON IRMGARD WALDERICH
WANNWEIL. Manche Zweitklässler müssen lernen zu spielen und Spaß zu haben, berichtet Uta Steeb.
Jasmin Rauhaus und Uta Steeb (von links) arbeiten an der Uhlandschule Wannweil Hand in Hand mit den Lehrern.
FOTO: Irmgard Walderich
Sie wissen nicht, wie man Freunde gewinnt, kennen keine anderen Strategien, um Konflikte zu lösen, als zuzuschlagen. Seit September ist Uta Steeb für die Schulsozialarbeit an der Wannweiler Uhlandschule zuständig. Was sie aus ihrem Arbeitsalltag berichtet, lässt keinen Zweifel an der Notwendigkeit ihrer Stelle aufkommen.
Zuerst wurde sie mit einem Stundendeputat von 4,5 Stunden vom Förderverein eingestellt. Jetzt konnte der Verein die Stelle wie geplant aufstocken: Insgesamt acht Stunden pro Woche hat sie nun zur Verfügung. Zu tun gibt es genug. Sie plant, eine Sprechstunde für die Schüler einzurichten. Außerdem will sie sich vermehrt der Prävention widmen, das heißt gezielt mit den Kindern soziales Verhalten trainieren.
Veränderte Bedingungen
Die Grundschule ist schon lang keine kleine heile Welt mehr, sagt Bürgermeisterin Anette Rösch beim Pressegespräch in der Uhlandschule. Das Leben in den Familien hat sich verändert, die Kindheit ist in den vergangenen Jahrzehnten eine andere geworden. Kinder kommen mit ihren Problemen und Aggressionen in die Schule und bleiben dort den ganzen Tag. »Sie brauchen einen Ansprechpartner«, sagt Rösch und wird dabei nach Kräften unterstützt von Schulleiterin Beatrice Bantlin. Schon immer leiste die Schule sozialpädagogische Arbeit und werde es auch weiterhin tun, betont Bantlin. Aber in der Ganztagesschule brauchen die Lehrer professionelle Unterstützung.
Sie haben sie gefunden. Uta Steeb ist nicht nur Psychotherapeutin, sondern auch Antigewalt- und Antiaggressionstrainerin. Sie arbeitet zudem beim Netzwerk Konflikthilfe mit. Ihr zu Seite steht Jasmin Rauhaus, die schon länger im Jugendcafé und der Ganztagesbetreuung an der Wannweiler Schule arbeitet. Sie betreut die fünfte und sechste Klasse der Werkrealschule Kirchentellinsfurt. Steffen Diwisch übernimmt ihren Part in Kirchentellinsfurt
Während Uta Steeb die Schulsozialarbeit im eigentlichen Sinne übernimmt, deckt Rauhaus die Mittagspausen und die Ganztagesbetreuung ab. Sie kocht und bastelt mit den Fünft- und Sechstklässlern oder ist einfach nur Ansprechpartnerin. Auch sie berichtet eindringlich von fehlendem Sozialverhalten: Wie schwer es einigen Kindern fällt, Grenzen nicht zu überschreiten, Empathie zu empfinden für die Mitschüler. Viele wissen sich nicht selbst zu beschäftigen, berichtet Rauhaus. Ihre Freizeit verbringen einige der Schüler vor der Playstation oder in Facebook, selbst wenn sie für das Netzwerk eigentlich noch zu jung sind. Wer auffällig wird, muss in Wannweil mittlerweile in die »stille Pause« von Uta Steeb. Fünf Minuten ohne Programm - das ist für manche kaum auszuhalten.
Die Aufstockung der Stelle tut der Schulsozialarbeit gut. Uta Steeb kann nun verstärkt in der Kernzeit dabei sein. Denn dort eskaliert oft, was sich über den Morgen angestaut hat. Vor allem aber hat sie nun auch Zeit für Prävention. Und da kommt auch der Humor nicht zu kurz, sagt die Schulsozialarbeiterin. Ihr Angebot kommt bei den Eltern gut an, berichtet Steeb. »Sie empfinden uns als Unterstützung.« Andernorts sei es alles andere als selbstverständlich, dass Eltern sich Hilfe suchend an Schulsozialarbeiter wenden.
Geld aus vielen Töpfen
Mehr Stunden für Uta Steeb, das heißt auch mehr Geld muss herbeigeschafft werden. Finanziert wird die Stelle nun aus verschiedenen Töpfen. Der Landkreis und das Land steuern bei, aber auch der Förderverein und die Schule selbst. Die Gemeinde schießt nur bei der Finanzierung der Stelle von Rauhaus Geld zu. Darüber hinaus fließen noch Mittel aus dem Jugendbegleiterprogramm in die Schulsozialarbeit. Vereinsvorsitzender Volker Steinmaier betont, wie wichtig dem Verein die Arbeit ist. Er hat viel dafür getan, dass die Stellen auf sicheren finanziellen Füßen stehen.
Eine Schule, die den Ruf hat, dass dort alle fair, höflich und respektvoll miteinander umgehen, das ist das große Ziel für Beatrice Bantlin. Schulsoziarbeit und Lehrerkollegium arbeiten dafür Hand in Hand. Mit der Aufstockung der Stelle von Uta Steeb ist die Wannweiler Schule einen weiteren Schritt diesem Ziel näher gekommen. (GEA)
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