Klimaschutz - Arbeitskreis Klima und Energie Metzingen befasst sich mit Möglichkeiten der CO2-Reduzierung

»Wohl und Wehe liegen in Glems«

VON NORBERT LEISTER

METZINGEN. Dass ein ganzes Dorf sich auf den Weg macht, um eine möglichst große Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erreichen, das verdient nach der Meinung der Mitglieder des Metzinger Arbeitskreises Klima und Energie (AKE) höchste Anerkennung. In Glems soll dieser Weg beschritten werden, eine Informationsveranstaltung zu dem Thema Nahwärmekonzept sei mit rund sechzig Interessierten auf reges Interesse gestoßen, erläuterte Peter Reiff beim jüngsten Treffen des Arbeitskreises.

Uli Ruoff erklärt hier nicht etwa die Milchquote, sondern dem Arbeitskreis Klima und Energie in Metzingen das Energieangebot und den Energieverbrauch weltweit. FOTO: LEISTER
Uli Ruoff erklärt hier nicht etwa die Milchquote, sondern dem Arbeitskreis Klima und Energie in Metzingen das Energieangebot und den Energieverbrauch weltweit. FOTO: Norbert Leister
Zusätzlich laufe momentan eine Umfrage unter den 400 Haushalten in Glems, die den Zustand der Heizungen abfrage, den Energieverbrauch und einiges mehr. Bisher kamen rund 80 Fragebögen zurück, was laut Peter Reiff eine annehmbare Quote ist.

Aber: Dem Metzinger Arbeitskreis schwant dennoch Übles, momentan werde nämlich eine Erdgasleitung nach Glems verlegt. »Dabei müssen wir doch weg von den fossilen Energieträgern«, betonte Frieder Handel als zweiter AKE-Kopf neben Reiff. Wie und ob sich die Glemser für ein Nahwärmekonzept abseits von Gas und Öl und somit der zukunftssichereren, saubereren und auch billigeren Energieversorgung entscheiden, das müsse sich nun zeigen.

»Die fossilen Energieträger sind nicht ewig vorhanden«
 

Positive Beispiele für solche Nahwärme-Modelle gebe es doch bereits und das auch ganz in der Nähe, nämlich in Böhringen, sagte Reiner Sauter. Sollten sich die Glemser für die Installation eines Nahwärmenetzes entscheiden, dann könnte dies, so habe die Stadt Metzingen laut Peter Reiff betont, auch ein Modell für andere Ortsteile wie etwa das Neugreuth sein. Abhängig sei das allerdings von der Entscheidung in Glems – »Wohl und Wehe liegen dort«, meinte Peter Reiff deshalb.

Wie die effiziente Nutzung von erneuerbaren Energien ganz konkret heute und in der Zukunft aussehen kann, das erläuterte in einem weiteren Tagesordnungspunkt AKE-Mitglied Uli Ruoff aus Riederich. »Wir können ja gar nicht anders als mit erneuerbaren Energien zu leben«, betonte der Ingenieur. Warum? Ganz einfach: »Weil die fossilen Energieträger nicht auf alle Ewigkeiten vorhanden sind.«

Die Preise dafür werden also zwangsläufig steigen. Was ja durchaus auch von der Politik erkannt worden sei. Durch ihr Einwirken liege der Anteil der regenerativen Energien in Deutschland mittlerweile immerhin bei 24 Prozent und stelle damit bereits den größten Teil im Energiemix dar, informierte Ruoff.

Das Erfreuliche sei dabei für den Endverbraucher: Durch den Einsatz von erneuerbaren Energien etwa mit Fotovoltaikanlagen auf dem Dach, durch Solar- oder Geothermie, eine Brauchwasserwärmepumpe in Verbindung mit einer intelligenten Steuerung seien heute schon energieautarke Häuser möglich.

Dabei verknüpfe die Steuerung alle Elektrogeräte im Haus mit den Eigen-Strom-Erzeuger-Quellen und steuere die Energie-Versorgung je nach Produktion und Bedarf. »Dann wäscht die Waschmaschine eben genau dann, wenn überschüssiger Strom produziert wurde«, betonte Uli Ruoff.

Extrem viel sei möglich, vor allem, wenn noch deutlich bessere Energiespeicher in Form von Batterien auf den Markt kommen. Die befinden sich laut Ruoff »jetzt noch an der Grenze der Wirtschaftlichkeit, sie werden aber Standard werden«.

Auch für größere Wohneinheiten mit vielen Wohnungen gebe es mittlerweile eine Vielzahl an Modellen, wie erneuerbare Energien verwendet werden könnten, betonte der Ingenieur. Und bei der Elektro-Mobilität tue sich auch einiges, obwohl die Preise in dem Bereich noch sehr exklusiv seien. (GEA)



Das könnte Sie auch interessieren
Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms
Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...


Siemens-Beschäftigte protestieren gegen Einschnitte

Berlin (dpa) - Mit einem Autokorso durch die Berli... mehr»

Siemens-Beschäftigte protestieren gegen Stellenstreichungen

Siemens-Beschäftigte demonstrieren gegen die geplanten Stellenstreichungen bei Siemens. Foto: Silas Stein/Archiv

Berlin/München (dpa) - Der Protest gegen den gepla... mehr»

Abendstimmung

Armee beginnt im Westirak Offensive gegen letzte IS-Gebiete

Bagdad (dpa) - Irakische Regierungstruppen haben e... mehr»

Polizei räumt aufgelöstes Flüchtlingslager in Manus

Die Polizei von Papua-Neuguinea hat mit der Räumung des aufgelösten Flüchtlingslagers auf der Insel Manus begonnen. Foto: AAP/dpa

Sydney (dpa) - Die Polizei von Papua-Neuguinea hat... mehr»

Aktion

Zeitungspaten gesucht

Zeitung lesen macht schlau! Setzen Sie sich als Zeitungspate dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen einen kostenlosen Zugang zur Tageszeitung haben.
lesen »
Aktuelle Beilagen