LEUTE - Gunnar Höhne aus Trochtelfingen widmet seine Freizeit dem Tierschutz und engagiert sich bundesweit für Straßenhunde in Rumänien

»Hunde sind mein Thema«

VON CHRISTINE DEWALD

TROCHTELFINGEN. Mit Hunden ist Gunnar Höhne aufgewachsen. Im Leben des 45-jährigen Trochtelfingers dreht sich heute sehr vieles um den Hund. Im Beruf als Tierpfleger in einem Tierheim der Region, zu Hause, wo mit den Menschen drei Vierbeiner leben – und in der Freizeit, in der sich Höhne ehrenamtlich für Straßenhunde in Rumänien engagiert.

Lucky, ein Tierschutzhund mit komplizierter Krankengeschichte, ist einer von drei Hunden, mit denen Gunnar Höhne sein Leben teilt. Hunde spielen darin in mehrerer Hinsicht eine zentrale Rolle: Der Trochtelfinger arbeitet als Tierpfleger und engagiert sich in seiner Freizeit überregional für Straßenhunde in Rumänien.
Lucky, ein Tierschutzhund mit komplizierter Krankengeschichte, ist einer von drei Hunden, mit denen Gunnar Höhne sein Leben teilt. Hunde spielen darin in mehrerer Hinsicht eine zentrale Rolle: Der Trochtelfinger arbeitet als Tierpfleger und engagiert sich in seiner Freizeit überregional für Straßenhunde in Rumänien. FOTO: Christine Dewald
Unermüdlich, auch wenn bei ihm immer wieder die Hoffnungslosigkeit dominiert, weil den riesigen Problemen nur winzige Erfolge gegenüberstehen: »Das kann man nicht einfach aufhören.«

»Ich kann’s mit den Hunden. Ich habe ein Gefühl für sie.« Aus diesem Wissen heraus hat der gelernte Elektroinstallateur seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Nachdem er einige Jahre schon ehrenamtlich in einem Tierheim mitgearbeitet hatte, fing er vor drei Jahren dort als Tierpfleger an. Hunde aus dem Ausland, vor allem Streuner aus Rumänien, gehen regelmäßig durch seine Hände. Und irgendwann wurde Gunner Höhne dann gefragt, ob er nicht einmal mitfahren wolle nach Rumänien.

»Ich wusste ja, dass es schlimm ist. Aber dass es so schlimm ist, hätte ich nie im Leben geglaubt«
 

»Ich wusste ja, dass es schlimm ist, aber dass es so schlimm ist, hätte ich nie im Leben geglaubt.« Sein erster Besuch in einem staatlichen Tierheim in Rumänien im Oktober 2013 ist für den Trochtelfinger Hundefreund ein Schock. Verhungerte Hunde, totgetrampelte Welpen, trotz all des Elends aber immer wieder auch Tiere, die sich ans Gitter drücken, um gestreichelt zu werden – bis ins Innerste erschüttert reist Höhne nach einem Tag wieder ab: »Ich kann das alles nicht mit ansehen.«

Die Bilder ist Gunnar Höhne nicht mehr losgeworden. Wieder zu Hause, ringt er sich zu der Erkenntnis durch, dass es keine Lösung ist, aus Überforderung nichts zu tun. »Es gibt genug anderes Elend. Aber die Hunde in Rumänien sind jetzt halt mein Thema.« Der Trochtelfinger schließt sich mit Gleichgesinnten zusammen. Er sammelt Geld- und Futterspenden für einen Erfurter Tierschutzverein, der im Tierheim Suceava in Rumänien rund 1 200 Hunde betreut und mit Kastrationsprogrammen dazu beitragen will, das Straßenhundeproblem nach und nach zu lösen.

Er hat sich mit anderen Tierschützern zur Gruppe »Stuttgarter Stimmen für Streuner« zusammengefunden, organisiert Kundgebungen wie die auf der CMT, bei der gegen den Umgang mit Straßentieren in vielen Urlaubsländern protestiert wurde. Zweimal im Jahr reist Gunnar Höhne selbst nach Rumänien, zu Arbeitseinsätzen. Bei der nächsten Reise im März ist geplant, Schutzdächer über die Zwinger in Suceava zu bauen. »Man kann keine zehntausend Hunde nach Deutschland bringen.« Angesichts des schier endlosen Tierelends sind die wenigen Erfolgsgeschichten für Gunnar Höhne umso wichtiger. Knapp dreißig Hunde hat er selbst schon aus Rumänien mitgebracht und vermittelt. Zu ihren neuen Besitzern hält er Kontakt: »Ich fühle mich verantwortlich für diese Hunde.« Er selbst würde jederzeit auch einen Streuner nehmen. »Tolle Tiere« seien das oft: »Die sind sozialisiert, haben im Rudel gelebt, sind mit Hund, Katz’ und Maus gerannt und kennen sich mit Menschen aus.« Wer sein Leben mit einem solchen Hund teilen will, der müsse allerdings vielfach geduldig an zwei Problemen arbeiten: an seiner Ängstlichkeit und an seinem Futterneid. (GEA)

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