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Schwäbische Geschäfte im sozialistischen Kuba?

Stuttgart (dpa/lsw) - Kuba? Eine sozialistische Planwirtschaft mit schönen Stränden und alten Autos auf den Straßen. Ein Absatzmarkt für Produkte aus Baden-Württemberg? Eher nicht. Aber warum denn nicht, fragt ein Industrievertreter.

ARCHIV. Alte amerikanische Straßenkreuzer und alte Gebäude prägen das Straßenbild von Havanna.
ARCHIV. Alte amerikanische Straßenkreuzer und alte Gebäude prägen das Straßenbild von Havanna. FOTO: dpa
Vor einer Delegationsreise mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nach Kuba wirbt ein Südwest-Industrievertreter für Geschäfte mit dem lateinamerikanischen Staat. «Kuba hat langfristig Potenzial und großen Nachholbedarf für Investitionen», sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), Peter Kulitz, der Deutschen Presse-Agentur. Kuba sei zwar nur «ein sehr kleiner, aber für spezielle Produktgruppen durchaus interessanter Markt». Der Chef von Esta, einer Absaugtechnikfirma, reist mit Gabriel vom 6. bis 8. Januar nach Kuba.

Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Kuba liegt bei 236 Millionen Euro (2014), ein Fünftel davon kommt aus Baden-Württemberg (45,8 Millionen Euro). Dabei geht es vor allem um Maschinen, Autos und Chemie. Das noch sehr geringe Handelsvolumen könnte langfristig deutlich steigen, schätzt Kulitz. «In der Nach-Castro-Ära und der marktwirtschaftlichen Öffnung werden die USA - vor allem Exil-Kubaner - massiv investieren und die dortige Wirtschaft auf Trab bringen.»

Mit US-Geld könnten dann auch deutsche Maschinen gekauft werden, sagte Kulitz. Schon jetzt sei es wichtig, auf der Insel Kontakte zu knüpfen und künftige Geschäfte anzubahnen. Kulitz sieht beispielsweise für Medizintechnik aus Baden-Württemberg neues Absatzpotenzial in Kuba.

Andere Industrievertreter äußern sich hingegen verhalten zum Thema Kuba. Das Land sei «ein Spezialfall und ein sehr kleiner Markt», sagte der Präsident des Landesverbandes der Baden-Württembergischen Industrie (LVI), Hans-Eberhard Koch. Deutsche Firmen konzentrierten sich in der Internationalisierung vor allem auf Volumenmärkte, der Iran beispielsweise könnte an Bedeutung gewinnen und Exporteinbußen deutscher Firmen in Brasilien oder Russland ausgleichen.

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