Da glänzt der Stern wieder! Wachstum in allen Bereichen, fast überall Ergebnissteigerungen. Und das auch noch im Jubiläumsjahr 125 Jahre Automobil. Wer zudem etwas zu verteilen hat, Aktionäre und Beschäftigte bekommen vom größeren Kuchen ein Stück ab, erntet naturgemäß Anerkennung, zumindest Respekt. Da fühlt sich selbst Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid aufgefordert, seine Art der Würdigung zu überreichen. Marktgerecht hat die Börse das Ergebnis kommentiert: der Kurs der Aktie legte deutlich zu. Es gibt aber auch Nachholbedarf.
2011 ist jedoch schon Vergangenheit. Lange wird der Autobauer sich an diesen Sonnenstrahlen nicht wärmen können. Auffallend auch die bescheidene Prognosen für 2012. Es läuft mehr oder weniger auf Stagnation hinaus - zumindest beim Ertrag. Wenn Vorstandschef Dieter Zetsche das laufende Geschäftsjahr heute schon als ein Übergangsjahr kennzeichnet, verlagert er den Hoffnungswert in das Jahr 2013. Bekanntlich nehmen die Risiken aber auf der Zeitachse zu. Und - immer noch hinkt Mercedes bei der Profitabilität Konkurrenten hinterher.
Es ist wohl dem guten Ergebnis geschuldet, dass der Autokonzern gestern seine mitunter harsch formulierten Wünsche an die Politik nach massiven Subventionen für die Förderung der Elektromobilität nicht wiederholte. Abstand davon hat er aber mit Sicherheit nicht genommen. Auch wenn es lange her ist, der Steuerzahler darf Daimler gerade an einem so schönen Tag wie gestern auch an die staatliche Autoprämie in 2009 erinnern.