Wirtschaft

Immer mehr Privatleute gehen pleite

Stuttgart/Hamburg (dpa) - Die Zahl der Privatinsolvenzen ist in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr deutlich gestiegen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum kletterte sie um über elf Prozent auf 7269, wie die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Montag mitteilte. Damit kamen im Südwesten auf 100 000 Einwohner 68 Insolvenzverfahren.

Sechs Jahre leere Taschen: Während der Privatinsolvenz nimmt ein Treuhänder alle Einnahmen an sich, um die Gläubiger zu bezahlen. FOTO: DPA
Sechs Jahre leere Taschen: Während der Privatinsolvenz nimmt ein Treuhänder alle Einnahmen an sich, um die Gläubiger zu bezahlen. FOTO: dpa
Im Ranking der Bundesländer schnitt der Südwesten trotz des zweistelligen Zuwachses noch vergleichsweise gut ab. Bundesweit gab es einen Anstieg um knapp 13 Prozent auf 69417 Insolvenzverfahren.

Schuld an Zahlungsunfähigkeit sei häufig ein Leben auf Pump mit Ratenzahlungen und Kreditkartenkäufen, erläuterte die Auskunftei. Zu überzogenem Konsum neigten insbesondere jüngere, unerfahrene Menschen. Auffällig ist, dass in der jüngsten Altersgruppe von 18 bis 25 Jahren Frauen häufiger als Männer Privatinsolvenz anmeldeten. Unter den Älteren sind hingegen Männer stärker vertreten. Die meisten Privatinsolvenzen entfielen weiterhin auf die 46- bis 60-Jährigen. Dieser bundesweite Trend zeigte sich auch in Baden-Württemberg.

Für das Gesamtjahr rechnen die Experten bundesweit unverändert mit einem Negativrekord. Sie erwarten insgesamt 140000 Privatinsolvenzen in Deutschland. Dies wären noch mehr Pleiten als 2007, als 137000 Privatinsolvenzen gezählt wurden.

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