Wirtschaft
Beschäftigung - Grundsatzrede des Präsidenten

Hundt verteidigt Leiharbeit

FRANKFURT. Trotz des anhaltenden Aufschwungs hat Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt generellen Forderungen nach einem kräftigen Tarifplus erneut eine Absage erteilt. Deutliche Zuwächse seien »illusorisch«, sagte Hundt in Frankfurt in einer Grundsatzrede vor der Geschäftsführerkonferenz der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA). Während der Krise hatten sich die Tarifparteien mit Rücksicht auf die lahmende Konjunktur oft nur auf moderate Steigerungen rund um Inflationsausgleiche geeinigt. Hundt bezog sich im Detail auf die laufenden Verhandlungen im Einzelhandel, der Druckindustrie und der Versicherungsbranche, bei denen die Gewerkschaften zwischen 5,5 und 6,5 Prozent mehr Geld fordern. Nach den Worten des BDA-Präsidenten würden Abschlüsse in dieser Höhe die Wettbewerbsfähigkeit und den Aufschwung gefährden.

»Chance für Langzeitarbeitslose«

Zudem kritisierte Hundt das Gewerkschaftsziel, die auch nach der Krise weiter boomende Leiharbeit merklich einzuschränken. »Wer diese flexiblen Beschäftigungsformen verdammt, ignoriert die Fakten.« Hundt forderte, die Möglichkeiten der Leiharbeit weiter auszubauen, damit die Unternehmen auch künftig auf Produktionsspitzen schnell reagieren könnten. Vor allem für Langzeitarbeitslose und Jobsuchende mit geringer Qualifikation sei Leiharbeit eine »unverzichtbare Chance«. Laut Bundesagentur für Arbeit gibt es bundesweit gut 700 000 Leiharbeiter - das ist seit der Krise ein sprunghafter Anstieg. Wie sich diese Zahl in nächster Zeit entwickelt, ist heftig umstritten. Der Vize-Vorsitzende der Gewerkschaft IG Metall, Detlef Wetzel, sagte der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt: »Wer heute Leiharbeit fördert, erzeugt den Fachkräftemangel von morgen.« (dpa)



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