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Euro-Krise: Spaniens Kreditwürdigkeit sinkt

NEW YORK. Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Spaniens von der Bestnote "AAA" um eine Stufe auf "AA+" herabgestuft. Als Grund nannte Fitch Ratings am Freitag unter anderem die hohe Verschuldung sowie die drastischen Sparvorhaben in dem Land.

Spanien kämpft um sein Ansehen auf den Finanzmärkten.
Spanien kämpft um sein Ansehen auf den Finanzmärkten. FOTO: dpa
Dies werde sich mittelfristig negativ auf das Wirtschaftswachstum in Spanien auswirken. Der Euro fiel nach der Bekanntgabe auf ein Tagestief bei 1,2283 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,2384 Dollar festgesetzt.

Die Aktienmärkte reagierten nervös auf Herabstufung durch die einflussreiche Agentur. Der Dow-Jones-Index weitete seine Verluste am Abend aus. Zuletzt fiel der Index um 0,94 Prozent auf 10 162,78 Punkte. Zuvor hatten allerdings bereits enttäuschende US- Konjunkturdaten für Minuszeichen an der Wall Street gesorgt. Zudem hätten einige Investoren vor dem langen Wochenende in den USA Engagements in Aktien gemieden, sagten Börsianer.

Noch zu Monatsbeginn hatte Fitch die Bestnote "AAA" für die Kreditwürdigkeit Spaniens bestätigt. Inzwischen hat die Regierung in Madrid allerdings einen harten Sparkurs beschlossen und weitere Maßnahmen angekündigt. Für den Haushalt 2011 werde die Ausgabengrenze im Vergleich zu diesem Jahr um 7,7 Prozent auf rund 122,3 Milliarden Euro gesenkt, beschloss das Kabinett am Freitag in Madrid.

Zugleich korrigierte die Regierung ihre Wachstumsprognosen erneut nach unten. 2012 werde die Wirtschaft um 2,5 Prozent und 2013 um 2,7 Prozent zulegen, hieß es. Das sind jeweils 0,4 Prozentpunkte weniger als zunächst prognostiziert. Für das laufende Jahr wird ein Rückgang von 0,3 Prozent erwartet, für 2011 ein Wachstum von 1,3 Prozent.

Die Regierung rechnet außerdem damit, dass die Arbeitslosigkeit dieses Jahr zunimmt, aber bis 2012 auf eine Quote von 17,5 Prozent reduziert werden kann. Derzeit sind rund 4,6 Millionen Menschen in Spanien ohne Job. Das entspricht einer Quote von rund 20 Prozent. (dpa)

Was sind Ratingagenturen?


Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten. Dabei fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen oder eine Beurteilung des Managements. Die weltweit einflussreichsten Ratingagenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch.

Je schlechter sie die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, umso teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern zum Beispiel auch institutionelle Investoren.

Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Die Skala beginnt beispielsweise bei Standard & Poor's und Fitch mit der Bestnote AAA (Englisch: "Triple A"). Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. Ab BB+ beginnt der spekulative Bereich, der auch "Ramsch" (englisch: "Junk") genannt wird. Die Skala reicht bis D - das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners eingetreten ist.

Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen (Ratings) Mathematik und was Meinung ist. In der Finanzkrise wurde Ratingagenturen an den Pranger gestellt: Weil sie Ramschpapiere als sichere Geldanlage anpriesen, wurde ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben. (dpa)

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