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Kursrutsch dampft Dax-Wochengewinn ein

Börse in Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa) - Die zunehmenden politisch motivierten Belastungen haben dem Dax am Freitag heftig zugesetzt. Auch von der schwächelnden Wall Street, wo die jüngste Gewinnsträhne zu reißen droht, kam keine Schützenhilfe.

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen
Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen
Nach einem verhaltenen Start weitete der deutsche Leitindex sein Minus aus und schloss 1,20 Prozent tiefer bei 11 804,03 Punkten. Damit schmolzen die Wochengewinne von zwischenzeitlich klar über zwei Prozent auf knapp ein halbes Prozent zusammen. Am Mittwoch war der Dax erstmals seit April 2015 wieder über 12 000 Punkte gestiegen, konnte sich aber ebenso wenig wie am folgenden Tag über der viel beachteten Marke behaupten.

Laut Händlern schürten besonders die anstehenden französischen Präsidentschaftswahlen, bei denen Marine Le Pen vom rechten Front National Siegchancen eingeräumt werden, Ängste um den Zusammenhalt der Europäischen Union. Das bekamen auch die deutschen Nebenwerte-Indizes zu spüren: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 1,05 Prozent auf 23 345,11 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,39 Prozent auf 1885,81 Zähler.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,90 Prozent auf 3304,09 Punkte nach unten. In Paris und London fielen die nationalen Indizes ebenfalls deutlich zurück. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial gab zum europäischen Börsenschluss moderat nach.

Bei Einzelwerten sorgten vor allem Geschäftsberichte für Bewegung. Die Aktien des Chemiekonzern BASF büßten wegen eines enttäuschenden Ausblicks 2,88 Prozent ein und gehörten zu den größten Dax-Verlierern. Analysten sahen zudem die Resultate für das Schlussquartal 2016 bestenfalls leicht über den Erwartungen und angesichts der zuvor guten Kursentwicklung die Zeit für Gewinnmitnahmen gekommen.

Bankentitel gerieten durch die anhaltenden Verluste der britischen Großbanken Royal Bank of Scotland und Standard Chartered unter Druck: Für Commerzbank und Deutsche Bank ging es um knapp drei beziehungsweise über zwei Prozent bergab. Im marktbreiten Stoxx Europe 600 verlor der Subindex der Banken 1,39 Prozent.

Beim Windturbinenhersteller Nordex setzte sich der Kurssturz ungebremst fort. Nachdem die Aktien wegen gesenkter Umsatzprognosen schon am Donnerstag fast 16 Prozent eingebüßt hatten, sackten sie vor dem Wochenende um weitere 19 Prozent ab. Ein Börsianer sprach von einem enormen Vertrauensverlust. Mehrere Analysten strichen ihre Kaufempfehlungen.

Im SDax der geringer kapitalisierten Werte verbilligten sich die Aktien des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum um 6,11 Prozent. Enttäuschende vorläufige Jahresresultate und die Aussicht auf eine weiter schwache Gewinnentwicklung vermiesten den Anlegern die Stimmung. Beim Medienkonzern ProSiebenSat.1 sorgte ein skeptischer Analystenkommentar für ein Minus von 3,46 Prozent, womit sie Schlusslicht im Dax waren. Eine Abstufung drückte Salzgitter mit minus 5,35 Prozent ans MDax-Ende.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von plus 0,01 Prozent am Vortag auf minus 0,05 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,28 Prozent auf 143,37 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,32 Prozent auf 166,30 Zähler. Der Euro zeigte sich bei 1,0582 US-Dollar fast unverändert. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,0609 (Donnerstag: 1,0573) Dollar festgesetzt.

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