Advanced Unibyte - Reutlinger Spezialist für Speicherlösungen kommt mit der allgemeinen Krise relativ gut klar
Auftragslage lässt sogar Wachstum zu
VON FRANZ PFLUGER
REUTLINGEN. Sandro Walker, Geschäftsführender Gesellschafter der Advanced Unibyte GmbH (Reutlingen), erinnert sich gut an die allgemeine Wirtschaftskrise 2003/04. »Erkenntnisse, die ich daraus gwonnen habe, nützen uns in der jüngsten Vergangenheit«, sagt er im Gespräch mit dem GEA. Der Spezialist für Speicherlösungen hat beispielsweise den Anteil der Dienstleistungen spürbar ausgebaut. »Das nützt uns jetzt.«
»November/Dezember 2008 waren die schlimmsten Monate«, berichtet Walker. Advanced Unibyte hat doch auch die Autobranche einschließlich ihrer Zulieferer als Kunde. Aber, rückblickend lässt sich sagen: Viele Aufträge waren nur auf Eis gelegt, kamen später ins Haus.
Im vergangenen Geschäftsjahr waren 12,3 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet worden, im aktuellen Geschäftsjahr 2009/2010 (1. April/31. März) sollen es 15 Prozent mehr werden. Darauf deute der Auftragseingang. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2007/8 waren es 13,4 Millionen Euro. Walker unterstreicht die gute Eigenkapitalquote im Unternehmen von 37 Prozent. Nicht unwichtig: Es wurden im vergangenen Geschäftsjahr deutlich schwarze Zahlen geschrieben. Selbst bei steigenden Investitionen könne dieses Niveau leicht gesteigert werden.
Investiert wurde vor allem in Personal. Sieben zusätzliche Arbeitsplätze sind in diesem Jahr geschaffen worden. Ausgebaut wurde die technische Abteilung und der Vertrieb. 52 Personen sind aktuell im Unternehmen beschäftigt. Darunter sind fünf Auszubildende. Die werden in der Regel übernommen. »Unter möglichem Fachkräftemangel in naher Zukunft wollen wir nicht leiden«, heißt es.
Hinter dem Jahresumsatz stehen zirka 150 Kunden. Die sitzen in erster Linie in Baden-Württemberg und in Bayern. »Aber wir sind auch in der Region Neckar-Alb gut vertreten«, unterstreicht der Unternehmer. Industrie und Banken, Forschung sowie öffentliche Verwaltung gehören zu den Stammkunden.
Advanced Unibyte kauft die Hardware in Deutschland. Hersteller sind in erster Linie US-Firmen. Eingekauft wird das Speichersystem einschließlich der dazugehörigen Software. »Unsere Kunst liegt darin, bestimmte Aufgabenstellungen zu lösen.« Ein Beispiel: Es muss gewährleistet sein, dass auch beim Absturz von Systemen keine und nur wenige Daten verloren gehen. »Datenverlust ist das Allerschlimmste.« Auch die Archivierung von Daten nimmt einen großen Stellenwert ein. Ein größeres Thema der jüngsten Zeit sei die E-Mail-Archivierung. Der Grund: Seit 2007 habe das Mail den Status eines Geschäftsbriefes. Im Kommen sei auch die sogenannte De-Dublizierung. Das System denkt mit und speichert bei Wiederholvorgängen nicht alles erneut von vorne sondern nur die Veränderungen.
Meatings und Schulungen haben einen großen Stellenwert. Vor Kurzem waren zahlreiche IT-Vertreter aus Firmen der Region bei Advanced Unibyte. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, sprach über das Thema »Aufbruch im Umbruch - was erfolgreiche Innovatoren verbindet.«
Was bei den Kunden, die in der Regel 20 bis 30 Server haben, gut ankomme, sei die Kontinuität bei Advanced Unibyte: Seit Jahren dasselbe Management, dieselben Techniker und Verkäufer. Das sei in der IT-Branche keine Selbstverständlichkeit. Mitunter werde die IT-Architektur des Kunden bei Advanced Unibyte nachgestellt und mit ihm getestet. Angesprochen auf den Wettbewerb merkt Walker an: »Es gibt Unternehmen, die sehr breit aufgestellt sind aber beispielsweise den Service selbst gar nicht ausführen. Es ist eine Handvoll Wettbewerber, denen ich immer wieder begegne.« (GEA)
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