Schüler kehren in umgebaute Albertville-Realschule zurück
WINNENDEN. Zweieinhalb Jahre nach dem Amoklauf in Winnenden (Baden-Württemberg) sind mehr als 600 Schüler in die umgebaute Albertville-Realschule zurückgekehrt. Der erste Schultag wurde mit einem gemeinsamen Gottesdienst und einer Versammlung in der neuen Aula begonnen. »Die Grundstimmung ist positiv, es gibt keine erkennbaren Probleme mit dem Gebäude«, sagte Schulleiter Sven Kubick der Nachrichtenagentur dpa.
Der Schulleiter der Albertville Realschule, Sven Kubick.
FOTO: dpa
In der Schule waren am 11. März 2009 acht Schülerinnen, ein Schüler sowie drei Lehrerinnen von einem ehemaligen Schüler erschossen worden. Die Schüler waren nach der Bluttat in eine benachbarte Containerschule umgezogen. Schüler, Eltern, Lehrer und Gemeinde hatten rasch entschieden, die alte Schule nicht aufzugeben, sondern nach einem Umbau mit neuem Leben zu füllen.
Die drei Taträume werden nicht mehr für den regulären Unterricht genutzt. Darin werden eine Gedenkstätte für die Ermordeten, eine Schülerfirma und eine Schulbibliothek errichtet. Zu den Kosten für den Umbau von gut sechs Millionen Euro steuert das Land zwei Millionen Euro, der Bund drei Millionen Euro bei. Den Rest trägt die Kommune.
Der letzte der Jahrgänge, die getöte Klassenkameraden zu beklagen hatten, hatte die Prüfungen zur Mittleren Reife in diesem Sommer abgelegt. In Kubicks 50-köpfigem Kollegium gibt es noch fünf bis zehn traumatisierte Pädagogen; drei Lehrer haben nach der Bluttat die Schule verlassen. In Einzelfällen brauchen auch noch Schüler psychologische Betreuung.
Die Schüler und Lehrer hatten vor Eröffnung der Schule die Möglichkeit, die Schule mit ihrem neuen Glasfoyer und einem erweiterten Verwaltungsbau kennenzulernen. Auch die ersten Tage in dem neugestalteten Gebäude dienen der Orientierung. Nach den Worten von Kubick hatte die Schule nach dem Amoklauf nicht mit sinkenden Anmeldezahlen zu kämpfen. In diesem Schuljahr werden vier neue fünfte Klassen begrüßt.
Am 15. Oktober wird die Schule mit einer offiziellen Feier an die Schulgemeinschaft zurückgegeben. (dpa)
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