Weltspiegel
Museum

Hasenmuseum und Hasentaler - Eppelheim profiliert sich tierisch

Von Marc Strehler, dpa

Eppelheim - Eine Stadt ist auf den Hasen gekommen. In Eppelheim ist das vor allem an Ostern populäre Tier das ganze Jahr über allgegenwärtig: Im ersten Deutschen Hasenmuseum. Das Werk eines fleißigen Sammlers.

Eine Hasenfigur im Bikini liegt in Eppelheim im Deutschen Hasenmuseum auf einem mit Kunstblumen bestückten Kunstrasen. FOTO: DPA
Eine Hasenfigur im Bikini liegt in Eppelheim im Deutschen Hasenmuseum auf einem mit Kunstblumen bestückten Kunstrasen. FOTO: DPA
Im nordbadischen Eppelheim geht ohne den Hasen nichts: Die Einheimischen tragen den seltsamen Spitznamen »Stallhasen«, jeden Herbst gibt es ein großes Hasenmahl in der Stadt und der Bürgermeister heißt zu allem Überfluss auch noch Mörlein, auch wenn das »h« zum perfekten Hasenbezug im Namen fehlt. Seit 2009 gibt es in der Nachbarstadt von Heidelberg auch noch das Deutsche Hasenmuseum. Das verdankt die Stadt wiederum einem sehr fleißigen Hasensammler, der vor Ostern wieder schwer auf der Pirsch ist.

»Jetzt ist natürlich die Hochsaison«, erzählt Josef Walch. Der 66-Jährige reist durch die Lande und sammelt fast alles Hasenartige ein, was er so kriegen kann. Erst kürzlich hat er sich in einer aufgelösten Bäckerei rund 50 Hasenformen besorgt, in den Geschäften lässt er sich nach Ostern die Hasenaufsteller schenken, die für den Süßkram werben. Alles nimmt er aber auch nicht. »In den Geschäften wimmelt es ja jetzt von Kunstgewerbe rund um den Hasen. Das wäre zu viel.«

Etwa 1500 Objekte hat er inzwischen zusammengetragen, schätzt Walch, der im vergangenen Jahr als Hochschullehrer in den Ruhestand gegangen ist. Vieles steht in den eigenen vier Wänden im nahe gelegenen Reilingen. »Ich habe ein großes Haus«, erzählt er lachend.

Ein Teil der Sammlung findet sich im kleinen Hasenmuseum, das in einem ehemaligen Wasserturm in Eppelheim untergebracht ist. Laut Walch eine »Mischung aus Kitsch und Kunst«. Zu den Schmuckstücken dort zählen ein Schachspiel mit Hasenfiguren und ein gläserner Hase, den der chinesische Konsul im Jahr des Hasen 2011 in Eppelheim gelassen hat. Auch aus Streichholzschachteln grüßen dort Mini-Häschen, auf dem Boden liegt ein Fußabstreifer Marke Eigenbau - natürlich in Hasenform. Etwa 500 Ausstellungsstücke zählt das Museum etwa, schätzt Verena Fabrizi von der Stadtverwaltung.

Auch ein paar Ecken weiter im Rathaus dominiert der Hase - in Form verschiedener Kunstwerke an den Flurwänden. Darunter die angeblich größte Hasengrafik der Welt. Demnächst führen die Eppelheimer auch noch ihre eigene Währung ein: den Hasentaler. Der wird an Ostern in der Stadt versteckt und kann dann zum Zahlen in den örtlichen Geschäften verwendet werden.

Beim Hasenmahl versammeln sich im Herbst etwa 150 bis 200 Menschen aus Unternehmen, Vereinen und anderen Institutionen zum Festmahl. Zu essen gibt es - natürlich - Hasen. Und Stallhasen heißen die Eppelheimer, weil sie schon früher sehr aktive Hasenzüchter waren, was ihnen in Nachbarorten den Spitznamen einbrachte. Auf dem Platz vor dem Hasenmuseum steht deshalb auch eine Skulptur, die eine Frau mit einem Hasen auf dem Arm zeigt. Sie unterhält sich mit einem Maurer. Denn eigentlich ist Eppelheim ja die »Maurerstadt«. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

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