Weltspiegel
Verkehr

Flensburger Punktesystem wird vereinfacht

Berlin (dpa) - Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will die Flensburger Verkehrssünderdatei verständlicher machen und Autofahrern den Punkteabbau erleichtern.

Bundesverkehrsminister Ramsauer will das Flensburger Punktesystem völlig umbauen. Foto: Bernd Settnik
Bundesverkehrsminister Ramsauer will das Flensburger Punktesystem völlig umbauen. Foto: Bernd Settnik
Weniger Punkte je Vergehen, aber auch weniger Punkte bis zum Verlust des Führerscheins sind die Kernelemente in Ramsauers Reformplänen, wie das Ministerium am Donnerstag mitteilte. Die Polizeigewerkschaft GdP kritisierte den Vorstoß.

Verkehrssünder sollen ihren Führerschein künftig schon bei 8 Punkten abgegeben müssen - bisher droht dieser Schritt erst bei 18 Punkten. «Die Grenze von 18 auf 8 runter, das klingt drastisch, aber relativiert sich dadurch, dass wir die Punktezahlen auch verkürzen. Bei Vergehen, bei denen es bisher bis zu drei Punkte gab, gibt es in Zukunft nur noch einen», sagte Ramsauer im ZDF-«Morgenmagazin». Weitere Einzelheiten der bereits seit längerem diskutierten Reform will er allerdings erst Ende Februar bekanntgeben.



Die «Bild»-Zeitung (Donnerstag) und die Zeitschrift «Autobild» berichteten, «grobe» Verkehrsverstöße wie etwa zu schnelles Fahren sollten künftig generell nur noch mit einem Punkt bestraft werden statt wie bislang mit bis zu drei Punkten. «Schwere» Delikte wie das Fahren über eine rote Ampel sollten mit zwei Punkten geahndet werden statt drei bis sieben. Zudem sollten die Einträge im Zentralregister künftig einzeln verjähren: Ein-Punkt-Delikte nach zwei und Zwei-Punkte-Delikte nach drei Jahren. Bislang wird die Punkte nur los, wer sich binnen zweier Jahre keiner weiteren Vergehen schuldig gemacht hat - sonst werden die Punkte immer weiter mitgeschleppt.

Ramsauer sagte im ZDF: «Ich will das einfacher, transparenter machen, handhabbarer halten. Jeder muss selbst mit dem System zurecht kommen, ohne dass er einen Experten zu Rate zieht.»

Kritik an den Reformplänen gab es von der Gewerkschaft der Polizei. Der GdP-Vorsitzende Bernhard Witthaut erklärte in Berlin: «Eine wirksame Verbesserung der Verkehrssicherheit wird nicht dadurch erreicht, dass ein funktionierendes und in der Bevölkerung akzeptiertes System auf den Kopf gestellt wird.» Sicherere Straßen bekomme man vor allem durch eine konsequente Überwachung der dort geltenden Regeln. «Das kann nur die Polizei, aber davon ist zu wenig da.»

Grundsätzlich sei eine Reform zu begrüßen, um den «veränderten Bedingungen auf Deutschlands Straßen» Rechnung zu tragen, sagte Witthaut. «Schnellschüsse treffen das Ziel aber zumeist nicht in der Mitte.»

Seite versenden
 

Das könnte Sie auch interessieren
Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms

EU-Gipfel sichert Griechenland...

Brüssel (dpa) - Die EU-Staats- und Regierungschefs... mehr»

Trittin fordert Einstieg in...

Düsseldorf (dpa) - Vor dem Treffen der Bundesregie... mehr»

24. Mai: Ein besonderer Tag für Parks

In Deutschland gibt es 14 Nationalparks. Foto: Armin Weigel

Knorrige Bäume, prächtige Büsche, verwunschene Weg... mehr»

Wahl in Ägypten: Präsident gesucht

In Ägypten wird ein neuer Präsident gewählt. Foto: epa

Schlange stehen! Das müssen zurzeit viele Menschen... mehr»

Durst

Bundesregierung

Opfer von Ärztefehlern sollen leichter Recht bekommen

Tausende Patienten sterben jedes Jahr wegen Ärztefehlern. Foto: Uwe Zucchi
Opfer von Arztfehlern sollen leichter Schadenersatz bekommen. Dazu beschloss das Bundeskabinett ein Patientenrechtegesetz.
lesen »
Sex-Partys mit Strauss-Kahn

Ermittlungen wegen Gruppenvergewaltigung

Wegen bandenmäßiger Zuhälterei läuft bereits ein Anklageverfahren gegen Dominique Strauss-Kahn. Foto: Andrew Gombert/Archiv
Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn muss nun auch ein Anklageverfahren wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung fürchten.
lesen »
Facebook

Börsengang im Zwielicht: Anleger klagt

Monatelange hatten Anleger dem Börsengang von Facebook entgegengefiebert, doch statt eines guten Geschäfts gab es ein Desaster: Die Aktie hat in wenigen Tagen fast ein Fünftel ihres Werts verloren. Foto: Emily Wabitsch
Der verpatzte Börsengang von Facebook wird zum Fall für Aufsichtsbehörden und Gerichte. Die US-Börsenaufsicht SEC will die Umstände der Aktienplatzierung untersuchen. Ein Anleger reichte bereits Klage ein.
lesen »
Linke

Zwei Kandidatinnen für Doppelspitze

Katharina Schwabedissen (l) und Katja Kipping möchten beim kommenden Parteitag der Linken als weibliche Doppelspitze kandidieren. Foto: Jochen Lübke
Der Machtkampf um den Vorsitz der Linken geht nach dem Verzicht Oskar Lafontaines in eine neue Runde: Die stellvertretende Linke-Vorsitzende Katja Kipping und die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen kandidieren für eine weibliche Doppelspitze.
lesen »