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Zusatzbeiträge: Kassen droht Austrittswelle

Berlin (dpa) - Nach der Ankündigung von Zusatzbeiträgen droht den betroffenen gesetzlichen Krankenkassen eine Austrittswelle. Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung (Donnerstag) sind bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) bereits 5300 Mitglieder ausgetreten.

Die Kasse wollte die Zahl allerdings nicht bestätigen. «Es gibt keine große Kündigungswelle», sagte DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Die Daten lägen noch nicht vor. Seit Anfang Januar habe es 12 000 Neuaufnahmen gegeben, davon knapp die Hälfte seit der Ankündigung der DAK, acht Euro Zusatzbeitrag zu erheben. Derzeit würden die rund 4,9 Millionen Mitglieder über diesen Schritt per Brief informiert.

Bei der Betriebskrankenkasse Deutsche BKK seien rund 1000 Versicherte ausgetreten, berichtete das Blatt weiter. Gesundheitsökonom Jürgen Wasem sagte der Zeitung: «Die Wechselwut wird sich deutlich steigern.»

Nach der Ankündigung zweier Kassen, Zusatzbeiträge von bis zu 37,50 Euro im Monat zu verlangen, forderte der Sozialverband VdK in der «Frankfurter Rundschau ein Eingreifen der Bundesregierung. Gespräche zwischen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) und Kassenvertretern sind für kommende Woche geplant. In einem der dpa vorliegenden Brief an die Koalitionsabgeordneten schrieb Rösler: «Ich gehe zudem davon aus, dass in einer schwierigen finanziellen Situation auch Rücklagen eingesetzt werden, um eine steigende Belastung der Versicherten zu vermeiden.»
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