MÜNCHEN. Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter: Einen Tag vor Beginn einer neuen Verhandlungsrunde mussten am Münchner Flughafen am Dienstagvormittag 25 Flüge gestrichen werden. 350 Beschäftigte in der Flugzeugabfertigung streikten dort ab 03.30 Uhr, wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mitteilte. Der Ausstand sollte bis 12.00 Uhr dauern. Am Nürnberger Flughafen streikten 20 Feuerwehrleute von 06.00 bis 08.00 Uhr. Dort kam es nach Angaben eines Sprechers aber nur zu leichten Verzögerungen.
Von Streiks betroffen war auch der Zugverkehr in Hessen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte zu einem Ausstand bei mehreren Bahn-Gesellschaften aufgerufen. Nach Gewerkschaftsangaben fielen bei HLB, Vectus und Hessenbahn von 04.30 bis 08.30 Uhr rund 90 Prozent der Züge aus. Züge der Deutschen Bahn waren nicht betroffen. Dieser Streik hänge nicht mit der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst zusammen, sagte eine Gewerkschaftssprecherin.
In Berlin hatten die Gewerkschaften GDL und GKL zum Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) aufgerufen. Nach übereinstimmenden Angaben einer Sprecherin der Verkehrsbetriebe und eines Sprechers der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer fuhren aber alle Linien. Bei den Straßenbahnen habe sich die Arbeitsniederlegung überhaupt nicht ausgewirkt, im U-Bahn-Verkehr kam auf zwei Linien der Takt durcheinander, so dass die Züge voller waren als sonst und Verspätungen bis zu zehn Minuten hatten. Nach Angaben der BVG-Sprecherin streikten etwa 100 Mitarbeiter, nach Angaben des GDL-Sprechers zwischen 250 und 300.
Bereits am Montag hatten 26.000 Beschäftigte von Bund und Kommunen die Arbeit niedergelegt. Betroffen waren Busfahrer, Erzieherinnen, Verwaltungsangestellte, Mitarbeiter der Müllabfuhr und von Kliniken. Die Tarifverhandlungen werden am (morgigen) Mittwoch in Potsdam fortgesetzt. (dpa)
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