International

Was Trump und Putin zum Krieg in Syrien sagen

Da Nang/Moskau (dpa) - Die USA und Russland haben sich beim Apec-Gipfel in Vietnam für eine politische Lösung im Syrienkrieg ausgesprochen. Die Präsidenten Trump und Putin bekräftigten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Entschlossenheit, die Terrormiliz IS aus Syrien zu vertreiben.

Nur ein kurzer Austausch: US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin beim Apec-Gipfel. Foto: Jorge Silva
Nur ein kurzer Austausch: US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin beim Apec-Gipfel. Foto: Jorge Silva
Allerdings hat der IS bereits 95 Prozent seines Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren.

Beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft in Da Nang kamen die Präsidenten aber auch am Samstag nicht länger zusammen. Es gab nur kurze Begegnungen und Wortwechsel. Die Außenminister Rex Tillerson und Sergej Lawrow hätten das Papier ausgehandelt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Der Syrienkonflikt müsse im Rahmen des UN-geführten Genfer Friedensprozesses gelöst werden, hieß es in der Erklärung. Die entsprechende Resolution Nr. 2254 des UN-Sicherheitsrates sehe eine Verfassungsreform und freie und gerechte Wahlen vor. Ausdrücklich erwähnte das Papier, dass sich auch der syrische Präsident Baschar al-Assad zu dieser UN-Resolution bekannt habe.

In getrennten Erklärungen beklagten beide Staatschef das schlechte Verhältnis ihrer Länder. «Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache», sagte Trump Reportern auf dem Weiterflug nach Hanoi. Russland sei wichtig, um das Problem mit Nordkorea zu lösen. Er würde mit Moskau auch lieber in der Frage der Ukraine vorankommen, statt endlos über die Frage einer russischen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 zu debattieren.

«Jedes Mal, wenn er mich sieht, sagt er «Ich habe das nicht gemacht», und ich glaube ihm wirklich, wenn er das sagt, er meint das so», sagte Trump über Putin. «Wir haben anscheinend ein gutes Gespür füreinander, ein gutes Verhältnis, dafür dass wir uns nicht gut kennen. Ich denke, dass es ein sehr gutes Verhältnis ist.»

Auch Putin sah weiter eine tiefe Krise zwischen Russland und den USA. Moskau sei aber bereit, «eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärts zu gehen, in die Zukunft zu schauen». Positiv kommentierte er die Erklärung zu Syrien. «Dass es uns unter diesen Umständen gelingt, überhaupt etwas zu vereinbaren, ist gut. Aber es reicht nicht.»

Der Kremlchef wies zurück, dass Moskau sich 2016 in die US-Wahl eingemischt und Trump zum Sieg verholfen habe. «Alles, was mit dem sogenannten Russland-Dossier in den USA verbunden ist, ist Ausdruck eines andauernden innenpolitischen Kampfes.» Er kritisierte das Vorgehen des US-Justizministeriums auf den russischen Staatssender RT als Angriff auf die Meinungsfreiheit. Der RT-Ableger in den USA muss sich als sogenannter ausländischer Agent registrieren lassen.

Trump und Putin haben bislang nur beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli ein längeres Gespräch geführt. Vor dem Apec-Gipfel gab es Hinweise vom Weißen Haus wie vom Kreml, ein Treffen werde vorbereitet. Dann sagte die US-Seite am Freitag die Begegnung wegen angeblicher Terminprobleme ab. Die Beziehungen zwischen Russland und der USA sind derzeit so gespannt wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Das könnte Sie auch interessieren
Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms
Unfälle

Iranisches Passagierflugzeug abgestürzt - 66 Tote

In der iranische Maschine waren mit 50 bis 60 Passagieren an Bord. Symbolbild: Abedin Taherkenareh/Archiv Foto: epa Abedin Taherkenareh
Bei einem Flugzeugabsturz im Landesinnern des Iran sind am Sonntag alle 66 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Dies bestätigte am Vormittag ein Sprecher der Fluglinie Aseman Airlines.
lesen »
Auto

Bericht: US-Ermittlungen zu Abgasaffäre belasten Daimler

Mercedes-Modelle sollen im Straßenbetrieb die Stickoxid-Grenzwerte um mehr als das Zehnfache überschritten haben. Foto: Wolfgang Kumm
Die US-Ermittlungen zum Abgas-Skandal belasten nach einem Bericht der «Bild am Sonntag» auch den Autobauer Daimler. Demnach hätten Daimler-Mitarbeiter bereits vor der VW-Dieselaffäre daran gezweifelt, dass die US-Gesetze bei Straßentests eingehalten werden könnten.
lesen »
Fußball

Wachsende Wut auf den Tribünen

In Hamburg mussten Polizeikräfte das Spielfeld nach dem Abpfiff sichern. Foto: Christian Charisius
Eklat in Hamburg, Protest in Wolfsburg, Empörung in Köln - auf manchen Bundesligatribünen brodelt die Stimmung.
lesen »
Auto

Drohende Fahrverbote: Städtetag kritisiert Regierung

Gibt es bald Fahrverbote für Diesel-Autos in Deutschland? Foto: Matthias Balk
Angesichts drohender Diesel-Fahrverbote in Städten hat der Deutsche Städtetag die Regierung scharf kritisiert.
lesen »

CDU-Vize Klöckner kritisiert SPD-Mitgliederentscheid

Berlin (dpa) - Die CDU-Vizechefin Julia Klöckner r... mehr»

Fußball-Klassiker in Brasilien wegen Massenschlägerei angebrochen

Salvador (dpa) - Nach einer Massenschlägerei zwisc... mehr»

Dopingverdacht bringt Russen bei Olympia in Bedrängnis

Russen nehmen als Team «Olympischer Athleten aus Russland» an den Spielen in Pyeongchang teil. Foto: Carl Sandin/Sandin/Bildbyran via ZUMA Press

Pyeongchang (dpa) - Der mögliche Dopingfall eines ... mehr»

Brisantes Montagsspiel: Fans protestieren, DFL erklärt sich

Axel Hellmann, Finanzvorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Foto: Arne Dedert

Frankfurt/Main (dpa) - Das erste Montagsspiel dies... mehr»

Gomez liefert: An allen VfB-Punkten beteiligt

VfB-Spieler Mario Gomez (r) im Zweikampf um den Ball mit Jan Moravek vom FC Augsburg. Foto: Matthias Balk

Augsburg (dpa) - Beim Siegtor in Augsburg präsenti... mehr»

Gesellschaft

Umfrage: Zwei von drei Deutschen haben noch nie gekifft

Kein Bedürfnis nach einem Joint: 68 Prozent geben an, Cannabis noch nie konsumiert zu haben. Foto: Oliver Berg
Die meisten Menschen in Deutschland halten nichts vom Kiffen - und meinen auch, dass Cannabis in ihrem Umfeld keine Rolle spielt. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur.
lesen »
Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...


Aktuelle Beilagen