Stuttgart 21: Baggerbiss am Südflügel - Wenig Protest
STUTTGART. Begleitet von bislang nur zaghaften Protesten wird seit Montag der Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs abgerissen. Um 15.07 Uhr erfolgte der Baggerbiss in das denkmalgeschützte Gebäude. Es muss in den nächsten Tagen dem Tiefbahnhof Stuttgart 21 weichen.
Der Abriss des Südflügels.
FOTO: dpa
In der Nacht und am Morgen hatten rund 100 Menschen gegen den Abriss protestiert. Parkschützer sprachen von »sinnloser Zerstörung«. Der Nordflügel des Hauptbahnhofs war bereits im Jahr 2010 unter massivem Protest abgerissen worden. Das Hauptgebäude samt Bahnhofsturm bleiben stehen. (dpa)
Rund 100 Teilnehmer bei Anhörung zum Fildertunnel
Mehrere Dutzend Anwohner und Gegner des Tunnelbahnhofs Stuttgart 21 diskutieren seit Montagmorgen über geplanten Änderungen am Fildertunnel. Nach Auskunft eines Sprechers des Regierungspräsidiums waren rund 100 Teilnehmer zum Auftakt des Erörterungstermins gekommen. Die meisten der rund 700 Sitzplätze in der Halle seien leergeblieben. Einige Gegner des Bahnprojekts hatten vor Beginn mit Plakaten und Trompeten gegen den Tunnel demonstriert.
Die Planänderung für den zweiten Abschnitt der Bahn-Neubautrasse Stuttgart-Ulm sieht etwa zusätzliche Verbindungsstollen für mehr Sicherheit vor. Außerdem sollen die 9,5 Kilometer langen Röhren mit einer Tunnelbohrmaschine statt der bislang genehmigten Spritzbetonbauweise gebaut werden. Rund 4000 Einwände waren gegen die Pläne geäußert worden.
Die Kritiker sehen laut Regierungspräsidium vor allem geologische Risiken. Sie befürchten, dass sich die Erde beim Tunnelbau senken oder gar gefährlich abrutschen könnte. Die Bahn schreibt dazu in ihrer Stellungnahme: »Insgesamt betrachtet kann gesagt werden, dass die geplante Infiltration die wirksamen Kräfte und somit den Gleichgewichtszustand des Hanges nicht ändert.«
Die Kritik vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und vom Landesnaturschutzverband richtet sich etwa dagegen, dass der Fildertunnel geplant wird, obwohl die weitere Streckenführung am Flughafen noch gar nicht feststehe. »Mindestens eine der Varianten hat eine völlig andere Streckenführung, die auch Auswirkungen auf den Tunnel haben würde«, sagte Frank Distel von der Schutzgemeinschaft Filder. Die Bahn sieht es dagegen als ihre planerische Gestaltungsfreiheit, Abschnitte zu bilden. (dpa)
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