Energie - Der umstrittene Windpark Simmersfeld ist seit gestern offiziell in Betrieb. Baden-Württembergs Umweltministerin Gönner spricht von einem »Leuchtturmprojekt«
Strom für 20 000 Haushalte
SIMMERSFELD. Nach jahrelangem Rechtsstreit ist der größte Windpark Baden-Württembergs seit gestern in Simmersfeld (Kreis Calw) offiziell in Betrieb. »Damit wird ein deutliches Zeichen für den Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt«, sagte Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) vor Ort. Die 14 Windräder sollen jährlich 64 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Damit werde der Strombedarf von 20000 Haushalten gedeckt sowie etwa 54000 Tonnen des Klimagases CO2 und weitere 100 Tonnen Schadstoffe wie Feinstaub und Flugasche vermieden, sagte Bürgermeister Gerhard Feeß. Momentan gibt es im Land mehr als 290 Windkraftanlagen.
Der Windpark sei ein »Leuchtturmprojekt für die Nutzung der Windenergie« im Land, sagte Gönner. Feeß nannte die Inbetriebnahme »eine Weichenstellung für die Zukunft«. Auch die Standortwahl sei genau richtig gewesen, sagte er. »Windkraft funktioniert eben nicht nur in Küstenregionen.« Nach Worten Gönners sind die Potenziale zur Nutzung von Windenergie noch nicht ausgeschöpft. Ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung im Land liege bei etwa 0,4 Prozent. »Eine Verdreifachung der Kapazitäten bis 2020 ist durchaus realistisch.«
Dem Bau des Parks waren seit Beginn des Genehmigungsverfahrens im Jahr 2000 zahlreiche juristische Auseinandersetzungen vorausgegangen. Anwohner befürchteten durch die bis zu 170 Meter hohen Windräder eine Verschandelung der Landschaft, Naturschützer sorgten sich um seltene Tierarten. Zuletzt war im April vor dem Mannheimer Verwaltungsgerichtshof die Beschwerde eines Anwohners abgewiesen worden. (dpa)
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