Politik
Landespolitik

Schwarz-Gelb rutscht in Umfrage unter 50 Prozent

STUTTGART. Knapp ein Jahr vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist die schwarz-gelbe Regierung erstmals seit langer Zeit wieder unter die 50 Prozent-Marke gerutscht.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus
Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus. FOTO: dpa
Nach einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der SPD-Fraktion verliert die CDU von Ministerpräsident Stefan Mappus zwei Punkte im Vergleich zu einer Umfrage im Februar und fällt auf 41 Prozent. Die FDP büßt drei Punkte ein und sinkt auf 8 Prozent, teilte die SPD am Dienstag in Stuttgart mit. Das Ergebnis von 49 Prozent ist der niedrigste Wert seit neun Jahren. "Die Landesregierung befindet sich nicht in Höchstform, sondern man guckt, wo man streiten kann", sagte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. Das störe die Wähler.

Hoffnungsschimmer NRW-Wahl


Dagegen sieht sich die SPD mit einem Zuwachs von drei Punkten auf 23 Prozent im Aufwind. Die Grünen sind stabil bei 17 Prozent, die Linke überspringt knapp die 5-Prozent-Hürde. Rein rechnerisch liegen SPD, Grüne und Linke zusammen mit 45 Prozent aber immer noch hinter dem schwarz-gelben Bündnis im Land. Schmiedel will CDU und FDP bei der Landtagswahl am 27. März 2011 die Macht im Land streitig machen und verwies auf die guten Chancen von SPD und Grünen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. "Vor zehn Monaten hätte niemand Rot-Grün eine Machtperspektive gegeben." Das zeige, dass sich auch in Baden-Württemberg die Verhältnisse verschieben könnten. "Das Feld ist offen."

SPD-Chef Schmid: "Auf diese Steine können wir bauen"


Das Wahlziel der SPD sei, wie bei der Wahl 2001 rund 1,5 Millionen Stimmen auf sich zu vereinigen, erklärte der Fraktionschef. Damals waren dies 33,3 Prozent gewesen. SPD-Landeschef Nils Schmid bewertete das Ergebnis der Meinungsumfrage vorsichtig. "Diese Umfrage stimmt mich und die Landes-SPD zuversichtlich. Wir können damit aber noch nicht zufrieden sein." Schmiedel verwies darauf, dass immerhin für 29 Prozent der CDU-Wähler und 68 Prozent der Grünen die SPD die zweite Wahl wäre. "Das bestätigt mal wieder, dass die SPD in Baden-Württemberg weiterhin als Volkspartei agieren kann", analysierte Schmid.

Jüngere Wähler kehren SPD den Rücken
Befragt wurden knapp 1000 Menschen über 18 Jahren nach einer repräsentativen Zufallsauswahl. Große Sorgen macht der SPD die schwache Resonanz bei den jüngeren Wählern. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegen die Sozialdemokraten bei nur 16 Prozent und bei den 30- bis 44-Jährigen bei 17 Prozent. Schmid zog daraus den Schluss, dass die SPD deutlicher machen müsse, dass sie sich für junge Familien und Ausbildungsplätze einsetze. Auch Schmiedel sieht ein Kommunikationsproblem: "Wir sind richtig aufgestellt, aber es schlägt sich nicht nieder."

Wie hält es die Südwest-SPD mit der Linken?
Über ein mögliches Bündnis mit der Linken wollte sich Schmiedel nicht direkt äußern. "Die Linke ist in einem Selbstfindungsprozess, wie es in der Nach-Lafontaine-Ära weitergeht. Das macht uns keine Sorgen." Da die SPD nicht mehr in der Bundesregierung sei, sei sie auch nicht mehr der Hauptgegner der Linken. Daher hege er die Hoffnung, dass es der SPD leichter fallen könnte, bei der Wahl die Stimmen von Gewerkschafter wiederzugewinnen. Sollte die SPD 1,5 Millionen Stimmen schaffen und die Linke in den Landtag einziehen, werde es spannend, ist Schmiedel überzeugt. "Was dann daraus entsteht, wird man sehen." Sein Fazit: "Alles ist möglich." (dpa)

Seite versenden
 

Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms

dpa-Nachrichtenüberblick Sport

Fußballprofi Zidan kehrt nach Mainz zurück mehr»

dpa-Nachrichtenüberblick Politik

Romney nach Florida-Vorwahl auf Siegeskurs mehr»

Experte: Schmallenberg-Virus...

Schmallenberg (dpa) - Das Schmallenberg-Virus wird... mehr»

Weiter Frost und Sonne in Deutschland

Bizarre Eisgebilde hat der Winter in den vergangenen Tagen an Pflanzen und Bäumen geschaffen. Foto: Matthias Bein

Offenbach (dpa) - Heute bleibt es überwiegend sonn... mehr»

Hilferuf der Araber in Syrien-Krise...

New York (dpa) - Jeden Tag Tote, jeden Tag Gewalt,... mehr»

Organspende

Fast immer entscheiden Angehörige

Nach Angaben der DSO spendeten im vergangenen Jahr 1200 Menschen nach ihrem Tod Organe. Foto: Frank May/Archiv
In neun von zehn Fällen müssen die Angehörigen über eine mögliche Organspende entscheiden, weil der Verstorbene seinen Willen nicht dokumentiert hat.
lesen »
Bundespräsident

McAllister sieht sich von Glaeseker getäuscht

Niedersachsens Regierungschef David McAllister (CDU) geht auf Distanz zum Wulff-Vertrauten Glaeseker. Foto: Angelika Warmuth
Bundespräsident Wulff macht Winterurlaub mit der Familie - die Vorwürfe gegen ihn finden kein Ende. Nun geht es um die Arbeit seiner früheren Anwaltskanzlei für den Unternehmer Geerkens.
lesen »
Trigema-Chef

Grupp: Fall Schlecker ist eine Warnung

Der Inhaber des Bekleidungsherstellers Trigema, Wolfgang Grupp.
Der bundesweit bekannte Textilunternehmer Wolfgang Grupp sieht in der Schlecker-Insolvenz eine Warnung vor zu viel »Größenwahn«.
lesen »
Felssturz

Katharinas Leiche am Kap Arkona gefunden?

Ein Spezialbagger und ein Hundeführer suchen am 08.01.2012 am Kap Arkona auf Rügen nach der zehnjährigen Katharina aus Nordbrandenburg. Foto: Stefan Sauer / Archiv
Gut einen Monat nach dem Felssturz am Kap Arkona scheint das Schicksal der kleinen Katharina geklärt.
lesen »
Dossier

Stuttgart 21 aktuell

Foto: AP
Der Tiefbahnhof Stuttgart 21 kann wohl erst 2020 in Betrieb gehen. »Die Wahrscheinlichkeit, dass es 2020 wird, ist sehr groß«, sagte Bahnchef Rüdiger Grube.
lesen »