Pro & Kontra Stuttgart 21
STUTTGART. Arbeitgeberpräsident gegen Schauspieler - Dieter Hundt gegen Walter Sittler: Der Unternehmer plädiert für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21, der Mime würde die Milliarden lieber für Wichtigeres ausgeben. Ihre Argumente:
Aus Sicht von DIETER HUNDT (71) muss das Vorhaben kommen ...
..., "damit sich die Region Stuttgart und Baden-Württemberg so positiv weiterentwickeln wie in den vergangenen Jahren. Wenn Baden- Württemberg weiterhin zu den wirtschaftsstärksten Zentren zählen will, ist eine belastbare und zukunftsfähige Infrastruktur unerlässlich. Dazu gehört auch das Schienennetz."
..., "weil sich durch die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm die Fahrtzeiten im Nah- und Fernverkehr erheblich verkürzen. Bessere Verbindungen bedeuten weniger Zeitaufwand und geringere Kosten. Von den Vorhaben profitieren die Bürger und die Wirtschaft gleichermaßen, weil sowohl in der Bau- als auch in der Betriebsphase neue Arbeitsplätze entstehen."
..., "weil der geplante Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs die einmalige Gelegenheit bietet, auf den freiwerdenden Flächen neue städtebauliche Akzente zu setzen."
WALTER SITTLER (57) ist dagegen...
..., "weil die Kostenkalkulation unseriös ist. Alle Mehrkosten, die zwangsläufig kommen, wenn veraltete Zahlen verwendet werden, müssen vom Bürger getragen werden durch höhere Gebühren und ähnliche Maßnahmen."
..., "weil gleichzeitig bei gesellschaftlich wichtigeren Bereichen massiv gespart werden muss: bei Kindergärten, Schulen, Bibliotheken, Schwimmbädern, Theatern, Universitäten, öffentlichem Personennahverkehr. Diese machen den Wert unserer Gesellschaft aus, nicht eine Beschleunigung um vier Minuten."
..., "weil die Politiker sich nach Junker- und Gutsherrenart über den Willen der Bevölkerung hinwegsetzen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Bürger die Bauherren von Bund, Land, Bahn und Stadt stören. Sie wollen mit Bauten angeben - statt sich für eine wirtschaftlich und gesellschaftlich gesunde Stadt zu engagieren. (dpa)