Ministerin: Betreuungsgeld kein Integrationshindernis
München (dpa) - Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer hält den Kritikern des geplanten Betreuungsgelds Denkfehler vor.
Ein- und Zweijährige seien nicht zu «kurz geratene Schüler», so Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer zu Kritikern des Betreuungsgeldes. Archivfoto: Patrick Pleul.
Die CSU-Politikerin wies den Vorwurf zurück, die Einführung des Betreuungsgelds werde schädlich für die Integration sein, weil Kinder aus Einwandererfamilien dann keine Gelegenheit hätten, Deutsch in der Krippe zu lernen. «Diejenigen, die das Betreuungsgeld kritisieren, kommen in der Regel aus der Schulpolitik und machen deshalb immer wieder den gleichen Denkfehler», sagte Haderthauer der Nachrichtenagentur dpa.
«Sie gehen davon aus, dass Ein- und Zweijährige - denn nur für dieses Alter gibt es das Betreuungsgeld - genauso "funktionieren", wie Schüler.» Ein- und Zweijährige seien aber nicht zu «kurz geratene Schüler» und hätten völlig andere Bedürfnisse. «In diesem Alter steht die emotionale Sättigung des Bindungsbedürfnisses im Vordergrund und daher lernen Kleinstkinder vor allem über enge Bezugspersonen wie die Eltern, die Oma, Tagesmutter und sonst eine Vertrauensperson.» Das gelte auch für die Sprache. «Bindung kommt vor Bildung. Es ist daher völlig falsch, so zu tun, als könnten Kleinkinder nur in der Krippe sprechen lernen.»
Haderthauer hält es nicht unbedingt für nötig, dass Kleinkinder aus Einwandererfamilien schon in den ersten beiden Lebensjahren als erste Sprache Deutsch lernen. Für Ein- bis Zweijährige sei es wichtig, eine Sprachheimat zu finden. «Das ist normalerweise die Sprache, mit der sie zu Hause aufwachsen. Danach gelingt dann ohne Probleme in den drei Jahren vor der Einschulung im Kindergarten der Erwerb weiterer Sprachen.»
Deshalb gelte auch für Migrantenkinder: «Vorrang hat in den ersten Lebensjahren die liebevolle Zuwendung vertrauter Bezugspersonen, egal in welcher Sprache.» Das sei die beste Basis dafür, dass Bildung und Sprachförderung im Kindergarten gelingen. «Das sieht man in Bayern, wo wir mit qualifizierter Sprachförderung Kinder mit Migrationshintergrund optimal auf die Schule vorbereiten.»
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