Kommando für Nato-Raketenschild kommt nach Rammstein
Brüssel (dpa) - Deutschland ist zur Beteiligung an der von der Nato geplanten Raketenabwehr in Europa bereit. Dies hat Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière am Donnerstag am Rande eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel erklärt.
Eine Transportmaschine der US-Luftwaffe überfliegt den US-Flughafen Ramstein. Foto: Ronald Wittek/Archiv
Nato-Diplomaten bestätigten, die Einsatzleitung der Raketenabwehr werde beim Nato-Luftwaffenkommando in Ramstein (Rheinland-Pfalz) liegen. «Deutschland kann sich vorstellen, die Patriot-Raketen, die in Deutschland sind, auch als einen Teil dieses Abwehrsystems zur Verfügung zu stellen», sagte De Maizière. «Es geht um eine in Europa stationierte Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem Nahen Osten, insbesondere dem Iran. Das ist ein altes Projekt.»
Das Luftwaffenkommando in Ramstein (Allied Air Command) ist in der Kommandostruktur des Bündnisses für die Verteidigung des Nato-Luftraums zuständig, wozu auch das Weltall gehört. Die ersten Bestandteile der Nato-Raketenabwehr sollen beim Nato-Gipfel im Mai in Chicago für einsatzfähig erklärt werden. Das gesamte Projekt wird aber erst 2020 abgeschlossen sein. Russland lehnt die Raketenabwehr ab.
«Russland ist im Moment etwas zögerlich dabei», sagte De Maizière. Das Projekt sei aber nicht gegen Russland. «Es ist am besten, dass Russland mitmacht bei diesem Projekt in einer noch zu bestimmenden Weise.»
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