Politik
Katalonien

EU muss notfalls vermitteln

VONBRIGITTE GISEL

Und was kommt als Nächstes? Möchten die Herren Rajoy und Puigdemont vielleicht im Morgengrauen zum Duell antreten? Der Streit zwischen der spanischen Zentralregierung und der katalanischen Regionalregierung trägt inzwischen die Züge einer Farce, ist aber leider bitterer Ernst.

Sehr langsam scheint sich nun aber auch bei Hardliner Mariano Rajoy die Einsicht durchzusetzen, dass er den Konflikt nicht gewinnen kann. Neuwahlen in Katalonien hätten zumindest eine Atempause zur Folge. Gewinnt Puigdemont, muss Spanien verhandeln. Erleidet der katalanische Regierungschef Schiffbruch, ist Rajoy gestärkt. Der Ruf nach Wahlen und die erfolgte Entschuldigung für die Polizeigewalt sind jedenfalls besser als die indirekte Aufforderung an spanische Firmen, die abtrünnige Provinz zu verlassen.

Aber auch die EU muss ihre Linie überdenken. Der Streit um Katalonien ist eben keine rein innerspanische Angelegenheit. Schon deshalb, weil ein unabhängiges Katalonien an die Tür zur EU klopfen würde. Hinzu kommt, dass ein Erfolg der Katalanen die Autonomiebestrebungen anderer spanischer Provinzen stärken würde. Die Erosion eines Mitgliedslandes ist sehr wohl ein Problem, dessen sich die EU annehmen muss. Also sollte Brüssel auch bereit sein, Vermittler anzubieten.

Carles Puigdemont tut gut daran, leisere Töne anzuschlagen. 90 Prozent Zustimmung bei 43 Prozent Wahlbeteiligung ergeben halt nun mal keine absolute Mehrheit für die Unabhängigkeit. Mit seiner Rede am Dienstag im katalanischen Parlament kann der Separatisten-Chef die Weichen für eine friedliche Lösung stellen.

brigitte.gisel@gea.de

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