Leute

Schifoan-Held Ambros wird 65 - Neue Ehe und große Tour

Von Matthias Röder, dpa

Waidring (dpa) - Der Mann ist schon zu Lebzeiten eine Legende. Wolfgang Ambros, in der Alpenrepublik als «Godfather des Austropop» verehrt, gehört zu den unangefochtenen Stars - nicht nur in seiner Heimat. Seit März ist er auf Tour mit mehr als 40 Konzerten in Deutschland und Österreich. Ein stimmiges Umfeld für seinen 65. Geburtstag an diesem Sonntag.

Musiker Wolfgang Ambros
Musiker Wolfgang Ambros. FOTO: dpa
«Er möchte seinen Geburtstag gern von Wien und Tirol fernhalten», meint sein Manager Peter Fröstl. Der frisch verheiratete Ambros («Schifoan») steht lieber im rheinischen Neuss auf der Bühne.

Im Februar hat Ambros seiner Lebensgefährtin Uta (51) in seiner Tiroler Wahlheimat Waidring den Bund fürs restliche Leben versprochen. Ein neuer Impuls im Leben des eher grantigen Typs, dem wegen einer angeborenen Rückgratverkrümmung vor wenigen Jahren der Rollstuhl drohte. Eine Wirbelsäulen-Operation 2014 bewahrte ihn damals vor diesem Schicksal.

«Es geht ihm gut», meint Fröstl. Ambros trainiere fleißig, um sich in Form zu halten. Gesundheitliche Rückschläge gab es im Leben des Hobby-Skilehrers mehrfach. Einen Feuerunfall, eine Krebserkrankung, einen schweren Bootsunfall, eine Malariaerkrankung, einen Autounfall - «Katzen haben sieben Leben, ich habe offenbar zwölf», sagte Ambros einmal. Das Überlebens- und Erfolgsrezept von Ambros hat Weggefährte Joesi Prokopetz als «unverrückbares Ich-selbst-sein», als «kompromissloses Annehmen seiner selbst», als «Selbstverliebtheit und letztlich leichtfüßige Beratungsresistenz» beschrieben. Einfach im Umgang ist Ambros eher weniger, dafür gilt er als extrem authentisch.

Die Deutschen kennen den Sohn eines Lehrer-Ehepaars aus Wolfsgraben bei Wien seit dem genial-düsteren «Es lebe der Zentralfriedhof» (1975). Die Hymne auf die Gleichheit - und sei es die von Toten und Lebenden auf dem mit 330 000 Gräbern europaweit besonderen Friedhof - haben manche noch im Ohr: «Dort hinten bei der Marmorgruft, durt stengan zwa Skelette. Die stess'n mit zwa Urnen on und saufen um die Wette». Und noch was zum Mitsingen: «Am Freitog auf'd Nocht montier' i die Schi - auf mei' Auto und dann begib' i mi - in's Stubaital oder noch Zell am See, - weil durt auf die Berg ob'm ham's immer an leiwaund'n Schnee». Das Skifahrerglück von «Schifoan» als Lebensglück.

«Wenn er Zeit hatte, hat Ambros auch immer wieder mal als Skilehrer ausgeholfen», sagt Fröstl. In Waidring hielt es ihn nicht nur wegen des Schnees, sondern auch als Betreiber einer Disko, in deren Gebäude er heute lebt. Die Disko ist jetzt eine Kleinkunstbühne.

Abschied genommen hat Ambros im vergangenen Winter von einem Kult: Vom «Watzmann». 1972 war die 18-minütige Urversion des Musicals entstanden. Hunderte Male haben Ambros und seine Band seitdem die merkwürdig inhaltsarme, gleichwohl stets umjubelte Alpen-Saga über den Kampf zwischen Berg und Mensch geboten. «Ambros und auch die anderen wollen nicht mehr», sagt Fröstl. Ob das Stück, das in seinem Kultstatus an die «Rocky Horror Picture Show» erinnert, durch andere Künstler doch weiterleben wird, bleibt zunächst offen.

Gekittet ist inzwischen der Streit mit der anderen Austropop-Legende Rainhard Fendrich. Ambros hatte im Radio über Fendrichs Kokain-Konsum berichtet. Das fand der nicht lustig. Nach langem Schweigen traten die beiden aber 2013 beim Donauinselfest wieder einmal gemeinsam auf. Stolz ist Ambros, der mit seiner früheren deutschen Lebensgefährtin auch noch zwei kleine Zwillinge hat, nicht zuletzt auf seinen Sohn aus erster Ehe. Der setzt als Schlagzeuger bei Österreichs Erfolgsband «Seiler und Speer» die Tradition des höchst erfolgreichen Musikers in der Familie fort.

Das könnte Sie auch interessieren
Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms
Aktuelle Beilagen
Die GEA-Kampagne

200 Jahre Fahrrad

Geschichten, Messe, Touren, Gewinnspiel: Der 200. Geburtstag des Fahrrads wird  gefeiert, und der GEA ist mit einer großen Kampagne dabei
Geschichten, Messe, Touren, Gewinnspiel: Der 200. Geburtstag des Fahrrads wird gefeiert, und der GEA ist mit einer großen Kampagne dabei.
lesen » www.gea.de/fahrrad
Terrorismus

Fall Amri: Sonderermittler sieht keine Versäumnisse in NRW

Fahndungsfotos des Tunesiers Anis Amri auf einer Polizeiwache. Die Polizei in NRW soll schon im März 2016 das Innenministerium vor Amri gewarnt haben. Foto: Arne Dedert/Archiv
Der nordrhein-westfälische Sonderermittler im Terrorfall Anis Amri hat keine wesentlichen Versäumnisse der Behörden des Landes festgestellt. Erhebliche Mängel, die den Anschlag ermöglicht hätten, habe er nicht entdeckt, berichtete der Strafrechtsprofessor Bernhard Kretschmer heute.
lesen »
Kriminalität

Goldmünze für eine Million Dollar aus Bode-Museum gestohlen

Die gestohlene Münze hat einen Durchmesser von 53 und eine Dicke von 3 Zentimetern und zeigt das Bild von Königin Elizabeth II. Foto: Marcel Mettelsiefen/Archiv
Aus dem Berliner Bode-Museum ist eine Goldmünze im Nennwert von etwa einer Million Dollar gestohlen worden.
lesen »

Bulgarien vor schwieriger Regierungsbildung

Boiko Borissow von der GERB-Partei spricht in der Parteizentrale in Sofia. Die bürgerliche GERB ist nach allen Prognosen von Meinungsforschungsinstituten wieder stärkste Partei in Bulgarien. Foto: Vadim Ghirda

Sofia (dpa) - Die frühere bürgerliche Regierungspa... mehr»

Widerstand gegen Gröhes Versandhandelsverbot

Stößt mit seinem geplanten Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln weiter auf massiven Widerstand: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Foto: Jörg Carstensen/Archiv

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Hermann G... mehr»

ICE reißt Oberleitung ab

STUTTGART. Ein ICE Richtung München hat am Samstag... mehr»

Daimler und BMW rechnen trotz Carsharings mit mehr Autoverkäufen

Dieter Zetsche ist Vorstandschef des Daimler-Konzerns. Foto: Uli Deck

Stuttgart (dpa) - Trotz der wachsenden Nachfrage n... mehr»

Referendum: Südwest-Türken zeigen sich uneinig

Foto: dpa

Stuttgart/Karlsruhe (dpa/lsw) - Zahlreiche Türken ... mehr»

Luftverkehr

Leggings-Verbot bringt US-Airline Spott und Ärger ein

In Denver hatte United Airlines zwei Teenagern den Einstieg ins Flugzeug verboten, weil sie Leggings trugen. Foto: Julian Stratenschulte/Symbolbild
Die US-Fluglinie United Airlines hat zwei Teenagern wegen deren Leggings das Einsteigen ins Flugzeug verboten und sich damit lächerlich gemacht. Viele Prominente machten bei Twitter Witze über die Fluggesellschaft.
lesen »
Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...