Konzert - Daniel Freedman Quartet im Pappelgarten

LustbetonterFusionjazz

REUTLINGEN. Oberflächlich gesehen waren es vielleicht nur die extrovertierten und lustbetonten Fusion-Klänge einiger urbaner Individualisten. Wer aber beim jüngsten Doppelkonzert im Pappelgarten die Konzentration zum aufmerksamen Zuhören aufbrachte, wurde reichlich entlohnt. Denn mit dem New Yorker Daniel Freedman Quartet erlebten die rund 50 Besucher ein vielseitiges Konzert, bei dem vor allem die Gruppenharmonie herausstach.

Gerade in dieser Hinsicht hat sich hier eine Gruppe zusammengefunden, die sich geradezu traumwandlerisch ergänzt. Nicht nur Jason Lindner, der bei David Bowies letztem Album »Blackstar« mitwirkte, spielt sämtliche Soundcharakteristika seines Keyboards virtuos aus. Auch Bassist Felipe Cabrera, Gitarrist Nir Felder und Bandleader und Schlagzeuger Daniel Freedman glänzen immer wieder durch packende Soloeinlagen. So entsteht eine fließend eingängige Electric-Jazz-Mischung, die den Beteiligten viel Raum zu solistischen Glanzleistungen lässt.

Unterschiedliche Jazzrock-Spielarten fließen in Freedmans Musik zusammen: Rock und Blues einerseits, Fusion sowie kubanische, ägyptische und Western-Einflüsse andererseits. Der Drummer, der in der Vergangenheit unter anderen mit Sting, Angelique Kidjo und Anat Cohen zusammengespielt hat, schwört seine drei Mitspieler auf eine betörend eingängige, dann wieder turbulente Musik ein, deren Anregungen aus dem Fusion-Genre nur als hintergründige Idee durchscheinen und nie einen Zweifel daran lassen, dass es sich bei seiner Musik um Jazz handelt. Wunderschöne Balladen wie die Eigenkompositionen »All Brothers« und der Bluestitel »Love Takes Time«, aber auch bekannte Rockklassiker wie das Stück »Codex« von Radiohead komplettieren das vielseitige Repertoire.

Weite Klangflächen, klare Sounds

Freedman liebt die verzögerten Akkorde, die manchmal abgehackt und unrhythmisch scheinen. Dann wieder breitet er weite Klangflächen aus, die sich zu einem sehr klaren Sound neu verdichten und wieder auflösen. Es sind die raffinierten Arrangements, der relaxte Sound und die treibenden Melodien, mit denen das Daniel Freedman Quartet ihrer Musik einen ganz eigenen Stempel aufdrücken. Vor allem aber ist es die Spiellust und Präsenz, die die vier Musiker auszeichnen und die das zweistündige Konzert zu einem echten Erlebnis machen.

Etwa wenn die Musik flirrt, sich die extensiven Keyboard-Spielereien von Jason Lindner und das feinfühlige Spiel von Gitarrist Nir Felder mit dem Groove paart, klingt die Musik dieses Quartets einzigartig. Ein vielseitiges Konzert, das eigentlich mehr als die zum Schluss rund 50 anwesenden Zuschauer verdient hätte. Die waren jedenfalls angetan und traten nach zwei Sets Fusionjazz vom Feinsten zufrieden den Heimweg an. (GEA)

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