Kultur
Ehrung - Konrad-Adenauer-Stiftung würdigt Kunst-GEA-Ausgabe von 2008. Festliche Preisverleihung mit Horst Köhler

Kunst-GEA: »Ritterschlag für guten Journalismus«

BRAUNSCHWEIG/REUTLINGEN. Hohe Anerkennung für den Reutlinger General-Anzeiger: Die Kunst-Ausgabe des GEA vom 8. November 2008 ist mit einem Kategoriepreis des Deutschen Lokaljournalistenpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) ausgezeichnet worden. In Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler nahmen die GEA-Chefredakteure Christoph Irion und Hartmut Troebs sowie die Leiterin des Kultur-Ressorts, Monique Cantré, den Preis bei einer Festveranstaltung im Braunschweiger Dom entgegen.

Die GEA-Chefredakteure Christoph Irion (links) und Hartmut Troebs (rechts) nahmen gemeinsam mit Kultur-Ressortleiterin Monique Cantré den Preis aus der Hand von Bernhard Vogel (Zweiter von rechts) und Dr. Dieter Golombek entgegen.
FOTO: STOLLBERG
Bei der Preisverleihung im Braunschweiger Dom (von links): Chefredakteur Christoph Irion, die Leiterin des GEA-Kultur-Ressorts Monique Cantre, KAS-Jury-Sprecher Dr. Dieter Golombek, Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Bernhard Vogel und Chefredakteur Hartmut Troebs.
Bernhard Vogel, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung und früher Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz sowie Thüringen, betonte die große Bedeutung der diesjährigen Preisverleihung, die durch die Anwesenheit des Bundespräsidenten Horst Köhler »einen ganz besonderen Rahmen« erhalte. Staatsoberhaupt Köhler unterstrich die Bedeutung des KAS-Lokaljournalistenpreises in seiner Rede vor rund 800 Gästen: »Dieser Preis ist ein Ritterschlag für guten Lokaljournalismus.«

Bedeutender Branchenpreis


Der Preis ist im deutschsprachigen Raum die bedeutendste Auszeichnung für Regionalzeitungen. Branchenintern wird er zudem zu den fünf wichtigsten Journalistenpreisen in Deutschland gezählt. Den mit 5 000 Euro dotierten ersten Preis der diesjährigen Ausschreibung erhielt die »Braunschweiger Zeitung« für ihr modernes Konzept einer »Bürgerzeitung«, mit dem es laut Jury-Urteil gelingt, die Leser aktiv in die Berichterstattung einzubinden.

Der zweite Preis (2 000 Euro) ging an die »Stuttgarter Zeitung« für ihre Serie »Nachgeforscht«, in der menschliche Hintergrundgeschichten kleiner Alltagsmeldungen recherchiert wurden. Unter den insgesamt 474 Bewerbern vergab die Jury unter Leitung von Dr. Dieter Golombek zehn weitere mit je 500 Euro dotierte Kategoriepreise, darunter auch an den Reutlinger General-Anzeiger.

Bundespräsident Köhler betonte: »Journalismus braucht gute Ideen, um die Leser zu informieren und möglichst sogar zu begeistern.« Das Staatsoberhaupt lobte die regionalen und lokalen Zeitungen für ihren Qualitätsjournalismus. Sie seien das einzige Medium, das die Menschen »hautnah« vor Ort informiere und begleite.

Ein Kunstwerk für sich


Die Zeitungen seien ein unverzichtbares »Forum für die öffentliche Debatte und damit Grundvoraussetzung für lebendige Demokratie«. Da wo Zeitung sei, könne man sich nicht nur informieren, sondern »da entsteht für die Bürger auch eine Bühne zum Mitmachen und Einmischen«. Die Zeitungsverleger ermunterte der Bundespräsident, ihren Redaktionen weiterhin »den Spielraum und die Unabhängigkeit, die sie brauchen, um ihre Informationsaufgabe für die Öffentlichkeit weiterhin verantwortungsvoll zu erfüllen«, zu geben.

KAS-Jury-Sprecher Dr. Dieter Golombek bezeichnete das »kühne Projekt Kunst-GEA« als ein »Kunstwerk für sich«. Die Zeitung »profiliert sich damit als Anwalt eines entweder im Alltag vernachlässigten oder aber elitär abgehandelten Themas«.

Bei der im November 2008 produzierten Ausgabe des Kunst-GEA hatten nach fast einjähriger Planung Redakteure aus allen Ressorts des GEA gemeinsam mit rund 30 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region Neckar-Alb eine Zeitungsausgabe produziert. In der 82 Seiten starken Zeitung waren Nachrichten, Reportagen, Hintergrundthemen und Leserbriefe von den Künstlern bebildert und interpretiert worden. Die Ausgabe war anschließend auf sehr positive Resonanz bei Lesern und in der Branche gestoßen. Die GEA-Chefredakteure Irion und Troebs bezeichneten den Kunst-GEA als »ein nicht nur gestalterisch und blattmacherisch einzigartiges und gut gelungenes Experiment für unsere Leser«. Zudem sei es mit diesem besonderen Projekt gelungen, »die Belegschaft in allen Bereichen des Verlagshauses kreativ einzubinden es war eine echte Mannschaftsleistung, gemeinsam mit den Künstlern«.

Seit 1980 vergeben


Der KAS-Lokaljournalistenpreis wird seit 1980 für vorbildliche Leistungen im deutschen Lokaljournalismus vergeben, da sich der frühere Bundeskanzler die längste Zeit seines politischen Lebens der Kommunalpolitik stark verbunden gefühlt hat. Lokaljournalisten stellen den größten Anteil unter den Redakteuren der deutschen Tageszeitungen. (iri/hat)

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