Kabarett - Klaus Birk analysiert bei den Reutlinger Mundart-Wochen in der Volksbank-Kundenhalle, warum Liebesbeziehungen so oft in Schieflage geraten

Klaus Birk: Drachentöter trifft Furie

VON CHRISTOPH B. STRÖHLE

REUTLINGEN. Walter Momper, der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, trat nie ohne roten Schal auf. Auch Klaus Birk, den fernsehbekannten Kabarettisten, sieht man fast nur mit Halskleid. Seine erklärte Liebe gilt, anders als bei Momper, allerdings nicht der SPD, sondern dem VfB Stuttgart.

Klaus Birk in der Volksbank.
Klaus Birk in der Volksbank. FOTO: Christoph B. Ströhle
Dass Liebe – auch im Sport – durchaus krisen- und kritikerprobt sein kann, hat der gebürtige Nagolder Klaus Birk am Freitag bei den Reutlinger Mundart-Wochen mit spitzen Bemerkungen zu seinem Thema gemacht. »Liebe Dich! oder Du kannst mich mal gern haben!« heißt sein Programm, mit dem er in der Reutlinger Volksbank vor vollem Haus auftrat.

Der Einstieg mit Bittersüßem zum VfB – schlecht Fußball spielen könne jeder, so Birk, »aber mach das mal mit Absicht!« – war im Wesentlichen ein Warmlaufen für den zweiten Teil des Abends, in dem der Stand-up-Kabarettist sich den kleineren und ausgewachsenen Kommunikationsdebakeln widmete, die in jeder Liebesbeziehung lauern. Nicht der Einzelne, so analysierte Birk, sondern die Gene seien schuld.

Mit den Worten »Ich merke, es sind heute viele Zeitzeugen und Betroffene da« goutierte er die herzhaften Lacher im Publikum, nachdem er die Fallstricke des Ehealltag beleuchtet hatte.

Birk, der 1991 erstmals bei den Mundart-Wochen war (damals zusammen mit Bernd Kohlhepp), zelebriert seine Pointen, baut sie langsam auf, bemüht immer wieder erhellend die Wissenschaft. Da ist nichts einfach so dahergeredet – das zeichnet Birks zuspitzende, aber auch niveauvolle Art der Unterhaltung aus. Selbst, wenn er von kafkaesken Erlebnissen auf Männertoiletten berichtet. Geradezu brillant sind seine Beschreibungen der Ursachen und Folgen, wenn in einer Beziehung sich der eine den anderen »aus der Sichtbarkeit gewöhnt«. Oder es Streit gibt – wobei der Drachentöterinstinkt des Mannes die Frau zur Furie werden lässt.

Birk rät Frauen, spätestens Mitte August beleidigt zu sein, damit sie an Weihnachten etwas Anständiges geschenkt bekommen. Auch auf das Altern kommt der Schwabe zu sprechen. Bei seinem Spiegelbild beschwert er sich: »Ein Kinn hätt' mir eigentlich g'langt.« (GEA)

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