DIE NEUE CD - Neues von Black Cat Bone
Erstklassiger Bluesrock
Das war überfällig. Zwölf lange Jahre haben die Anhänger von Black Cat Bone warten müssen auf eine neue Scheibe. 1997 war »Taylormade« erschienen, mit dem Ex-Stones-Gitarristen Mick Taylor als Promi. Danach gab's Black Cat Bone nur noch live zu erleben.
Inzwischen hat sich einiges getan. Gitarrist und Sänger Hans McMinamin ist in die USA übergesiedelt, und dem verbleibenden Trio ist es tatsächlich gelungen, hochkarätigen Ersatz zu finden - und das sogar doppelt.
Das Fantasy-Cover »Felsen im Nebelmeer« erinnert entfernt an frühe Yes-Alben und lässt jüngere Zeitgenossen womöglich an Film-Musik zur Fortsetzung von »Avatar« denken. Doch die Veteranen sind nicht abgedriftet, sondern liefern weiterhin erstklassigen Bluesrock.
Es gibt exzellente Live-Bands, die im Studio plötzlich merkwürdig leblos oder steril klingen. Bei Black Cat Bone ist das auch diesmal nicht der Fall. Schlagzeuger Uli Wagner und Bassist Stephan Wegner haben scheinbar problemlos im Neckarsound Studio auch den Job des Produzenten gestemmt.
Die beiden unterschiedlichen Besetzungen bieten einen reizvollen Kontrast. Besonders deutlich ist das zu hören beim Vergleich der Klassiker »The Thrill Is Gone« und »Little Red Rooster«. Mit Werner Dannemann am Mikro und an der Gitarre hat das Ganze auch im Studio den Charakter eines »aus dem Bauch heraus gespielten Blues-Experiments« (Wegner). Dannemann liebt die ungestüme britische Variante. Erstaunlich, dass ihm das fast jedesmal so gut gelingt, dass es die erste Fassung auch auf die CD schafft.
Exzellente Rhythm-Section
Die Stücke mit Sängerin Tanja Telschow und dem ebenfalls eminent starken Gitarristen Gunter Richter sind deutlich von der amerikanischen Spielart beeinflusst. Bei »The Thrill Is Gone« steuert Arno Hass zudem beseelte Sax-Klänge bei und demonstriert, dass er zu Recht den Status als heimliches Band-Mitglied beanspruchen darf.
Die Luft ist raus? Die Luft ist raus? Von wegen. Die Luft ist keineswegs raus! Black Cat Bone zeigen nach wie vor, was möglich ist, wenn man eine exzellente Rhythm-Section mit hochkarätigen Gitarristen und starken Sängern kombiniert. Diese Band braucht keine reißerischen Anpreisungen, sie ist einfach gut - live und im Studio. (-jk)
Black Cat Bone mit Werner Dannemann spielen am Freitag, 7. Mai, in Reutlingen im franz.K. Das Konzert beginnt um 20.30 Uhr.