Literatur - Dietrich Kirsch feiert seinen 85. Geburtstag

Ein Poet mit Maleraugen

VON REINBERT TABBERT

ÜBERLINGEN. Es ist noch nicht lange her, da war er in Reutlingen zum 90. Geburtstag seines Freundes, des Malers Winand Victor. Heute feiert er nun selbst seinen 85. Geburtstag: Dietrich Kirsch, Maler, Schriftsteller und Jahrzehnte lang Buchgestalter im Otto Maier Verlag, Ravensburg. In den 50er-Jahren gehörte er zu jenen Künstlern, die im Krieg gewesen waren und im Atelier Victor zusammenkamen, um sich aus ihren Manuskripten vorzulesen und Ausstellungen und Publikationen vorzubereiten. Er war Mitherausgeber der literarisch-grafischen Flugschrift »telegramme«.

Kirsch, ein geborener Schlesier, der heute in Überlingen lebt, hat vor einem Jahr ein vorzüglich gestaltetes Büchlein herausgegeben: »99 künstliche Monde. Gedichte aus den Jahren 1945-1960« (DCS-Verlag, Überlingen). Aufgenommen wurden auch Gedichte aus dem Gedichtband »Fenster und Weg«, den Kirsch zusammen mit Richard Salis und G.B. Fuchs 1955 im Mitteldeutschen Verlag veröffentlichte.

Der neue Band erhält dadurch einen besonderen Reiz, dass ihm der Autor, einst Mitglied des Grischkat-Chors, eine CD beigefügt hat. Darauf sind acht der abgedruckten Gedichte als Lieder zu hören, vertont von Walter Hecklinger und Joachim Edelmann, gesungen von Almut Aue, Mezzosopran, und auf dem Klavier begleitet von Alexander Shawgulidse. Uraufgeführt wurden die Lieder in der Reutlinger Volkshochschule.

Einigen der Gedichte merkt man an, dass ein prägendes Vorbild der Nachkriegslyrik Rilke war. Immer wieder aber zeugen die Verse von einem Poeten mit Maleraugen: »Das weiß die Blüte nie, die sich erschließt, / das sichre Auge, welchem sie gefiele. / Und doch erweist sie ihre Farbenspiele / alleine dem, der findend sie genießt«. (GEA)



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