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Alexander Gerst startet erneut zur ISS

Berlin/Köln (dpa) - Mit seinen Fotos und Botschaften aus dem All begeisterte Alexander Gerst 2014 selbst Menschen, die sich sonst kaum für Raumfahrt interessieren. Nun startet «Astro-Alex» erneut zur Raumstation ISS - diesmal wird er sogar Chef der Crew.

Astronaut Alexander Gerst wird als erster Deutscher Kommandant der Internationalen Raumstation ISS. Foto:Dmitry Lovetsky / Pool /Archiv
Alexander Gerst darf wieder zur ISS. Foto: Dmitry Lovetsky / Pool /Archiv
Zum ersten Mal wird ein deutscher Astronaut Kommandant der Internationalen Raumstation (ISS) sein. Anfang Juni soll Alexander Gerst mit einem russischen Sojus-Raumschiff für die Mission «Horizons» (Horizonte) zum Außenposten der Menschheit starten. Für die zweite Hälfte seines Aufenthalts bis zu seiner Rückkehr im November wird er für Crew und Station verantwortlich sein. «Ich freue mich darauf, wieder zur ISS zurückzukehren», sagte Gerst, der 2014 bereits sechs Monate Bordingenieur auf der Raumstation war, der Deutschen Presse-Agentur. «Es fühlt sich an, als würde man zu einem Haus reisen, in dem man einmal viel Zeit verbracht hat», so der 41-jährige Astronaut der Europäischen Weltraumagentur (ESA).

Vor dem Einsatz stehen auch diesmal wieder gut zwei Jahre Training an. Mental anstrengend seien vor allem die Einheiten im Simulator für den Hin- und Rückflug mit der Sojus. «Die Trainer geben sich da richtig Mühe», sagte Gerst. «Wir werden mit Armageddon-Szenarien bombardiert, mit 15 Fehlern gleichzeitig, den schlimmsten, die man sich vorstellen kann.»

Prinzipiell falle alles einfacher, wenn man zum zweiten Mal fliege, erklärte Gerst. «Man ist sehr viel effizienter, denn man weiß schon, was wichtig ist und was nicht.» Auf der ISS selbst lasse sich leicht erkennen, wer schon mal da war und wer neu ist: «Alte Hasen schweben vertikal, Neulinge horizontal.» Seitlich durch die Station zu schweben sei viel angenehmer als mit dem Kopf voraus, erfordere aber eben ein Umdenken.

Bei den Einsätzen auf der ISS wird versucht, ein Erdarbeitsleben nachzustellen: Sechs Tage lang wird gearbeitet - wobei für das zweieinhalbstündige Sportprogramm und alltägliche Dinge wie Essen und Zähneputzen schon viel Zeit verloren geht. Etwa eine Stunde täglich hat ein Astronaut für sich. Zeit dafür, mit der Familie zu telefonieren, im - sehr langsamen - Internet zu surfen oder einfach mal aus dem Fenster zu gucken. Am Samstag ist Putztag auf der ISS.

Bei seiner ersten Mission «Blue Dot» (Blauer Punkt) im Jahr 2014 führte Gerst als Bordingenieur mehr als 100 Experimente durch. Auch diesmal werden wissenschaftliche Projekte einen Teil des Arbeitsalltags ausmachen. Viele der Versuche für die Mission «Horizons» seien noch nicht endgültig ausgesucht, erklärte Gerst. Letztlich gebe es aber ähnliche Schwerpunkte wie beim letzten Mal. Materialwissenschaften, Robotik und Zellforschung gehören dazu, wichtig sei zudem der Test eines neuen Lebenserhaltungssystems für künftige bemannte Weltraummissionen.

Gerst ist wichtig, dass es bei den ISS-Experimenten nicht nur um künftige Reisen in ferne Welten, sondern auch um ein nachhaltigeres Leben auf der Erde geht. «Ich dachte, der Weltraum sei ein besonderer Ort», sagte er. «Was ich da oben gelernt habe, ist, dass er genau das Gegenteil davon ist: Es gibt zwar viele interessante Objekte dort draußen, die es sehr wert sind, von uns gründlich erforscht zu werden. Aber der gigantische Rest des Weltraumes ist schwarz, öde und lebensfeindlich. Der wirklich, wirklich besondere Ort darin, das ist unser einzigartiger blauer Heimatplanet.»

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