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Dackelblick: Hunde könnten Mimik gezielt einsetzen

Portsmouth (dpa) - Was Herrchen und Frauchen schon lange ahnen, haben Forscher wissenschaftlich untermauert: Hunde können möglicherweise ihre Mimik - darunter den sprichwörtlichen Dackelblick - gezielt zu Kommunikationszwecken einsetzen.

Dackel mit Dackelblick: Macht der uns etwa nur etwas vor? Foto: Boris Roessler
Dackel mit Dackelblick: Macht der uns etwa nur etwas vor? Foto: Boris Roessler
Das legt eine britische Studie im Fachblatt «Scientific Reports» nahe. Die Biologin Juliane Kaminski von der Universität Portsmouth und ihr Team hatten Experimente mit insgesamt 24 Familienhunden verschiedener Rassen gemacht.

Dabei zeigten die Vierbeiner mehr Gesichtsausdrücke, insbesondere den Hundeblick mit hochgezogenen Augenbrauen, wenn sie die direkte Aufmerksamkeit eines Menschen hatten. Derartige mimische Ausdrücke könnten demnach gezielte Kommunikationsversuche der Tiere sein, schlussfolgern die Forscher.

Fast alle Säugetiere produzieren Gesichtsausdrücke. Bislang ging man eher davon aus, dass die tierische Mimik - egal wie expressiv sie teilweise ist - unfreiwilliger Ausdruck eines emotionalen Zustandes ist, und kein absichtlicher Versuch der Kommunikation. Nur bei Primaten wie Orang-Utans wurde beobachtet, dass ihre Mimik durch die Anwesenheit eines Publikums beeinflusst wird.

Das Team um Kaminski untersuchte nun, ob die Mimik von Hunden (Canis familiaris) von der Aufmerksamkeit eines Menschen abhängt. Der gezielte Einsatz des Dackelblicks könnte evolutionäres Ergebnis des langen Zusammenlebens von Mensch und Hund sein.

Im Experiment konfrontierten die Wissenschaftler die Familienhunde mit vier verschiedenen Situationen: Zum einen wendete sich ihnen ein Mensch mit und ohne Leckerli zu, zum anderen kehrte er ihnen mit und ohne Futter den Rücken. In jeder dieser vier Situationen wurde der jeweilige Gesichtsausdruck der Hunde gefilmt.

Das Ergebnis: Die Hunde zeigten wesentlich mehr mimische Bewegungen, wenn ein Mensch sich ihnen zuwandte. Die An- oder Abwesenheit eines Leckerlis spielte dabei überraschenderweise keine Rolle, so die Beobachtung der Forscher. «Wir können also davon ausgehen, dass die Produktion von Gesichtsausdrücken bei Hunden von der Aufmerksamkeit ihres Publikums abhängt und nicht davon, ob der Hund einfach aufgeregt ist», sagte Kaminski laut einer Mitteilung ihrer Universität. Die Studie lege nahe, dass die Mimik ein aktiver Kommunikationsversuch sei, nicht schlicht ein emotionaler Ausdruck.

In einer früheren Studie hatte Kaminski bereits belegt, dass Hunde erkennen, wie aufmerksam Menschen gerade sind. So stibitzten sie in einem Versuch öfter Futter, wenn der Mensch sich wegdrehte oder die Augen schloss. Andere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Hunde menschliche Emotionen anhand von Gesichtsausdrücken und Stimmen deuten können.

Dennoch betonen die Autoren der aktuellen Studie, dass trotz dieser Beobachtungen nicht mit Gewissheit gesagt werden könne, ob die Hunde wirklich ein Verständnis für die individuellen Perspektiven ihres Gegenübers hätten. Alternativ könnte es sich auch einfach um ein gelerntes Verhalten handeln.

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