Reisen
Baltistan Virgin Summit Expedition - Reutlinger Extrembergsteiger, Stadtrat, Professor und Chemiker Jürgen Straub und seine Partnerin Gabi Schneider in Pakistan

Weiteren Gipfelsieg im Auge

REUTLINGEN. »Achalm Sar« heißt ein 5 570 Meter hoher Berg im Karakorum-Gebirge. Ihm gab der Reutlinger Extrembergsteiger Jürgen Straub vor zwei Jahren seinen Namen, nachdem er ihn als erster Mensch bestiegen hatte. Auf dem Gipfel hisste Straub einen Wimpel mit dem Reutlinger Stadtwappen und feierte damit seinen 50. Geburtstag. Jetzt, zwei Jahre später, will er sich ein weiteres Mal beschenken: Wenn alles klappt vielleicht mit einem Siebentausender.

Prof. Dr. Straub auf Expedition
Gabi Schneider und Jürgen Straub unterwegs, dieses Mal im Karakorum. FOTO: PR
Das Karakorum-Gebirge liegt ganz im Norden Pakistans-weit entfernt von der Swat-Region, wo die Menschen derzeit mit heftigen Überschwemmungen zu kämpfen haben. »Ich glaube nicht, dass uns dies in unseren Plänen sehr tangieren wird, doch verfolge ich die Nachrichten und werde auch regelmässig von meinen pakistanischen Freunden informiert«, sagt Straub.

Seine Reise führt ihn in eines der wildesten Hochgebirge dieser Welt. In den Weiten des meist noch unerschlossenen Hochgebirges hat Jürgen Straub und seine Lebensgefährtin Gabi Schneider gemeinsam mit Einheimischen unbestiegene Gipfel ausgetüftelt. »Steile, wilde, aber auch sehr schwierige Gipfel aus Fels und Eis erwarten uns dort«, sagen die beiden Reutlinger. Der Siebentausender, auf den es Straub abgesehen hat, wird von einem Kranz Sechs-und Fünftausender umrahmt.
Zuerst fliegt das Paar über Abu Dhabi nach Islamabad/Pakistan, von dort geht's über den legendären Karakorum-Highway hinauf in den Norden bis in die Provinzhauptstadt Gilgit. Einzig auf dieser Strecke könnten durch den schweren Monsun bedingte Probleme mit den Strassenverhältnissen auftauchen.

Jetzt beginnt die Phase der Höhenanpassung. »Das funktioniert am schnellsten mit den Fahrrad in der Höhe«, weiß Straub aus Erfahrung. Mit dem Mountainbike will das Paar durch die Schluchten des Indus bis nach Skardu, dem Hauptort der Region Baltistan. Über ein menschenleeres, bis über 5 000 Meter hohes Plateau im ehemaligen Sperrgebiet Kaschmir nahe der Grenze zu Indien geht es vorbei am 8125 m hohen Nanga Parbat, dem Schicksalsberg der Deutschen.

Über dieses Gebiet weiß man nicht viel. Umso größer ist die Vorfreude der Reutlinger, denn die Natur soll überwältigend sein: »Den spärlichen Informationen zufolge wachsen dort unendlich viele Bergblumen und wir werden regelrecht auf Edelweiss gebettet die Nächte im Zelt verbringen.« Zurück in Gilgit, wollen Straub und Schneider Freunde an der Universität besuchen. Vor kurzem haben sie ein Hilfspaket mit Verbandsmaterial aus ADAC-Verbandskästen dorthin geschickt. Prof. Straub, Spezialist für Wasseraufbereitung, wird dort wohl in Zukunft auch Vorlesungen und Seminare zu diesem Thema halten. Ein offizieller Empfang zum Gedankenaustausch beim Comissioner der Provinz steht dazu ebenso auf dem Programm.

Doch zunächst steht die Expedition im Vordergrund. Bereits der Start in das Abenteuer ist beschwerlich, denn Anfang des Jahres fand nördlich von Karimabad ein gigantischer Bergsturz statt. Dieser hat das ganze Tal abgeriegelt. Durch die enormen Schmelzwassermengen, die aus dem Gebirge kommen, hat sich ein inzwischen 23 Kilometer langer See aufgestaut. Brücken und die Strasse existieren nicht mehr. »Sehr wahrscheinlich werden wir diesen See per Floß überqueren müssen«, vermuten Straub und Schneider.

Weiter nach Norden geht es per Bike durch jenes endlos lange Tal, in dessen Bergkette der »Achalm Sar« steht. Dort wartet ein Ortskundiger, der mit einigen Hirten die Berg-Ausrüstung über den Gletscher transportiert. »Dieser Teil war Jahrzehnte lang Sperrgebiet und daher völlig unzugänglich«, weiß Straub. »Natürlich stehen noch einen ganze Reihe noch nicht erstiegener Berge dort.« Der höchste davon soll deutlich über 7 000 Meter hoch sein. Das ist Jürgen Straubs Ziel.

»Die Bedingungen an diesem 7000er Berg werden es hoffentlich erlauben, dass Gabi wenigstens bis ins letzte Biwak mit aufsteigen kann«, hofft er. Der Gipfel selbst ist bereits jetzt mit Emotionen beladen: »Der aufregende Tag des Gipfelsieges, wenn du das Ziel erreicht hast, wenn der weitere Weg plötzlich nur noch nach unten führt und du dem Himmel ein bisschen näher bist, wenn die Fahne Reutlingens im Wind flattert, das sind innerlich sehr bewegende Momente, die alle Risiken und Gefahren vergessen lassen.« (pr)

Galerie

Weltenbummler

Prof. Dr. Jürgen Straub auf Expedition

Prof. Dr. Straub auf Expedition
Foto: Prof. Dr. Jürgen Straub
 

Weitere Informationen


Seite versenden
 

Spiele-Tipps

Hier ist Spaß garantiert

Wir testen die neuesten Brett- und Kartenspiele.
lesen »
www.gutefrage.net: Die große Ratgeber-Community für gute Fragen und hilfreiche Antworten

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Urlaub finden Sie auf www.gutefrage.net

Blank