Reisen
Österreich - Die Skiregion Schladming-Dachstein hat auch zu anderen Zeiten einiges zu bieten

Im Land der wilden Wasser

VON ARNFRIED LENSCHOW

Der Berg ruft. Diesmal nicht zum Skifahren. Auch wenn es passieren kann, dass bei sommerlichen Temperaturen im Tal auf der Höhe Skipisten für Langläufer präpariert werden. Doch der fehlende Schnee lässt nun landschaftliche Schönheit zur Geltung kommen, die im Winter unter der weißen Pracht verborgen war. Und gibt Raum für andere Aktivitäten als Ski- und Après-Ski-Fahren.

Die Topskiregion Schladming-Dachstein, in der 1982 und 2013 die alpinen Skiweltmeisterschaften ausgetragen wurden, blüht auf, auch wenn die größte Après-Ski-Hütte Österreichs in Schladming nun Pause hat. Stattdessen gehört die wasserreiche Landschaft den Wanderern und Radfahrern. Eine Form des Tourismus, die hier eine immer größere Rolle spielt.

Klar, die Wintersaison bleibt die touristische Jahreszeit Nummer eins mit 57 Prozent Umsatz. Doch die anderen Jahreszeiten holen auf, weil sich hier Natur ganz anders entdecken lässt. Und viel mehr.

Was auch durch die Einführung der Sommercard vorangetrieben wurde, die es hier seit zehn Jahren für Übernachtungsgäste kostenlos gibt. Mit der gibt es freien Eintritt zu rund 100 Freizeitaktivitäten wie Museumsbesuche oder Bogenschießen für Kinder, und auch Vergünstigungen, etwa beim Ausleihen von Fahrrädern. Auch die Tickets für viele Seilbahnen der Gegend gibt es kostenlos.

Nervenkitzel Sky Walk

Wer in diese Region kommt, für den ist eine Seilbahnfahrt hinauf zum 2 995 Meter hohen Dachstein, höchster Berg der Steiermark und Oberösterreichs, Pflicht – allein wegen des Ausblicks über das Salzkammergut und die Tauern. Und dem kleinen Nervenkitzel beim Sky Walk, wenn man über den Glasboden, der den Blick in die Tiefe freigibt, zum Aussichtspunkt schreitet. Oder über die Hängebrücke hinüber zur Treppe geht, die ins Nichts führt. Oder besser: zu einem beeindruckenden Rundumblick.

An Vergänglichkeit, aber auch an die Kraft der Gletscher, mahnt der auf dieser Seite des Berggipfels befindliche Eispalast. Dort sind aus Eisblöcken herausgesägte Figuren und Gebäude zu bewundern, die sich tapfer gegen das Überschreiten des Nullpunkts und die damit verbundene zerfließende Wirkung wehren.

Geschützt von den Bergen hat aber auch das Tal seine Qualitäten. Schladming erweist sich – wenn man das plakativ Touristische einmal beiseite lässt – als durchaus sehenswerter Ort, der in früheren Zeiten, als hier Bergbau betrieben wurde, sogar wesentlich mehr Einwohner hatte. Zeiten, an die das Dorfmuseum erinnert, das in einem 1661 errichteten Gebäude untergebracht ist. Nach dem Niedergang des Bergbaus brachte erst die Eisenbahn, die 1875 kam, wieder einen Aufschwung. Denn der Ort und seine Umgebung wurden als Skigebiet immer beliebter.

Im Sommer ist Schladming auf nachhaltigen Tourismus gepolt. Mit der Sommercard können Busse genutzt werden. Wer will, kann sich hier ein E-Auto ausleihen oder ein E-Bike, mit dem sich manche Steigung auf den gut ausgebauten Wegen besser bewältigen lässt.

Schub durch Weltcup

Der Rad-Tourismus hat einen Schub bekommen, vor allem bei Mountainbikern, nachdem in Schladming seit 2004 der Mountainbike-Worldcup ausgetragen wird. Doch für die meisten Strecken braucht es nicht die Waghalsigkeit der Profis, sondern eine ganz normale Grundkondition, die sich mit elektrischer Hilfe aufpeppen lässt, sodass man die Landschaft entspannter genießen kann. Wenn man nicht gleich auf alle Hilfsmittel verzichtet. Denn auch für Wanderer gibt es im Land der wilden Wasser mit 1000 Quellen, 300 Bergseen und 100 Wasserfällen einiges zu entdecken. (GEA)

www.schladming-dachstein.at



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