Jenesien - Ponyreiten als willkommene Abwechslung
Der Großstadt entfliehen
JENESIEN. Sie stehen wie gemeißelt. Kein Schritt vor, kein Huf zurück, nur manchmal ein sanftes Kopfschütteln, wie wenn sie es nicht verstehen könnten. Schließlich sind ihre Stallgefährtinnen schon längst unterwegs. Endlich kommt das Auto angefahren. »Wir haben uns in Bozen total verfahren«, entschuldigt sich der Vater. »Geht's noch?« Natürlich geht's noch, und auf besonderen Wunsch sogar eine halbe Stunde länger als üblich. Schließlich ist die Familie eigens von Eppan heraufgefahren nach Jenesien, damit die beiden Mädchen auf dem Wieterer Hof Ponyreiten können. Für Johannes Plattner ist das Alltag. Auf seinem Erbhof unterhalb der Kirche, der seit weit über 200 Jahren im Besitz der Familie ist, dreht sich alles um Kinder und Pferde. Vor fünf Jahren hat er sein Milchvieh abgeschafft und zu den seit sieben Jahren betriebenen Ferienwohnungen zwei weitere dazugebaut. Heute verdient er sein Geld mit Gästen, von denen die meisten ihren Urlaub auf dem Wieterer Hof damit beenden, dass sie gleich wieder buchen fürs nächste Jahr. Oder mit den Tagestouristen, die vorbeikommen, damit die Kinder zwischen Wanderungen oder Großstadt mal einen Tag im Sattel eines Shetland-Ponys sitzen können. Jenesien ist wie geschaffen dafür. Wer dem Getriebe der Großstadt oder der Hitze des Talkessels für einige Stunden entfliehen will, ist von Bozen aus in wenigen Minuten in einer anderen Welt. Wie nach Kohlern oder auf den Ritten führt eine Seilbahn hinauf in die Höhe - und natürlich auch wieder hinab. (pp)