Heimat und Welt
Wohnen - Das eigene Bad entwickelt sich wegen der großen Feuchtigkeit bisweilen zur Schimmelfalle. Das muss nicht sein. Hier einige Tipps

Richtiges Lüften hilft oft

VON STEPHANIE HOENIG

Schimmelpilz-Befall im Bad trifft viele. Duschen und Baden bringt viel Feuchtigkeit in die Luft, die bei verschlossenen Fenstern oder gar Fensterlosigkeit nur schlecht abzieht. »Typische Stellen, an denen sich gerne Schimmel ansiedelt, sind Silikonfugen an der Dusche und Zementfugen zwischen Fliesen«, sagt Stefan Brenner vom Mieterschutzbund. Bei Baumängeln wie fehlender Dämmung wachse der Pilz auch gern an der Fensterlaibung und an Außenwänden.

Schimmel kann einem das Duschen ziemlich verleiden. Foto: dpa
Schimmelpilz vorzubeugen ist einfacher, als ihn später zu entfernen. »Deshalb sollte das Bad regelmäßig nach dem Duschen und Baden gelüftet werden, bei voll geöffnetem Fenster und nicht nur gekippt«, erklärt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn Schimmelpilze können nur auf Materialien mit erhöhter Feuchtigkeit wachsen. Wird nicht gelüftet, durchfeuchten die Wände auf Dauer: Durch Kondensation schlägt sich dann das Wasser in der Luft an den kalten Innenwänden nieder, ein idealer Nährboden für Pilzwachstum. »Durch viel Feuchtigkeit kann sich in Bädern auch an gestrichenen Wänden schnell Schimmel bilden«, warnt auch Ludger Küper vom Paint Quality Institute. Dies lasse sich durch Feuchtraumfarben herauszögern. Denn die Spezialfarben enthalten Zusätze, die die Farbe resistent gegen Schimmel machen.
»Feuchtraumfarbe kann in kleinen gefährdeten Räumen nützlich sein«, sagt Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München. Vom großflächigen Einsatz rät er allerdings ab. Denn bei dauerhafter Durchfeuchtung seien Feuchtraumfarben und auch pilzhemmend wirkende Silikonfugen kein Allheilmittel. Denn auch diese Silikonfugen färben sich durch den Schimmelpilz auf Dauer schwarz. »Sie müssen deshalb, spätestens, wenn der Schimmelpilz sich in die Fugen gefressen hat und sie nicht mehr gereinigt werden können, erneuert werden«, sagt Ulrich-Raithel. Noch besser ist es, ganz auf Fugen zu verzichten. Es gebe Badewannen mit Kanten, die einfach überfliest werden und keine zusätzliche Dichtung benötigen.
»Nach dem Duschen und Baden sollten nasse Wände und Abtrennungen trocken gerieben oder mit einem Abzieher abgewischt werden«, rät Petersen. Verzichtet werden sollte auch auf das Trocknen frisch gewaschener Wäsche im Bad. Nasse Handtücher können noch viel Wasser enthalten. Deshalb trocknet man sie laut Umweltbundesamt in Dessau am besten auf einem Heizkörper und lässt die Fenster so lange offen. Die Heizung im Bad sollte im Winter nicht abgeschaltet werden.
In fensterlosen Bädern wird die Feuchtigkeit mit Hilfe von Ventilatoren verdunstet. Die Dauer des Aufenthalts reiche oft nicht aus, um die Feuchtigkeit abzutransportieren. Deshalb sollte der Ventilator länger laufen, bis die Feuchtigkeit abgezogen ist. (tmn)

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