Die Zeit rast, und wir moderne Menschen rasen meistens mit. Umso ärgerlicher ist es, wenn man aufgehalten wird. Besonders merklich wird das auf der Autobahn. Da gibt es bekanntlich die sogenannten Mittelspurschleicher, die mit 80 Sachen vor sich hin zockeln und konzentriert mit Mitfahrern palavern. Die rechte Spur ist frei bis zum fernen Horizont. Hat man in der Woche noch etwas vor, darf man kurz mal über zwei Spuren nach links zum Überholen wechseln, und anschließend wieder über zwei Spuren nach rechts, um ordnungsgemäß weiterzukommen. Sehr lästig ist das für den zeitbewussten Automobilisten.
Der moderne Mensch möchte aber nicht nur im Auto zügig vorwärtskommen. Auch per pedes, Pardon: zu Fuß, will er keine Zeit vertrödeln. Auch da sind ? allen demografischen Unkenrufen zu Trotz ? immer noch regelmäßig Mitmenschen im Weg. Das war schon bei den Weihnachtsmärkten so. Ausgerechnet da, wo's eng wird, bleiben die Leute zwanghaft stehen, um sich aufwendig zu begrüßen und länger miteinander zu palavern. Keiner kommt mehr durch.
Störend ausgewirkt hat sich das vor Kurzem auch auf der Stuttgarter Tourismusmesse CMT. Rechts und links standen da die potenziellen Urlauber und erkundigten sich nach Wanderwegen im Bayrischen Wald oder den Busverbindungen in Indonesien. In der Mitte wäre eigentlich Platz gewesen, für all diejenigen, die weiter hinten mehr über Ferienwohnungen in Schweden erfahren wollen. »Wäre ... gewesen« und »eigentlich«, weil in dieser Gasse ältere Ehepaare in aller Ruhe ihre Urlaubserinnerungen an Teneriffa austauschen mussten.
Kaum war das Teneriffaquartett umschifft, hielt ein Pärchen den eiligen Messebesucher auf, das einfach so mal stehen geblieben war, um sich in der Halle umzusehen und wohlüberlegt zu entscheiden, welche Richtung es vielleicht demnächst einschlagen könnte. Freier Gang für freie Bürger sieht anders aus.
Neuerdings stellen sich mir auch bei meinem Lieblingsdiscounter Mitmenschen in den Weg. Die meinen, sie müssten ihren Einkaufswagen unbedingt quer zur Fahrtrichtung abstellen, um in aller Ruhe die Qualität superbilliger Wasserkocher zu begutachten. Das geduldige Warten kann nicht gesund sein. Schließlich wird von medizinischen Sachverständigen allenthalben Bewegung dringend empfohlen.
So, jetzt muss ich aufhören und mich dringend anderen Tätigkeiten zuwenden. Nächstes Mal werde ich dann über Leute lästern, denen es nie schnell genug geht, und die sich überall durchdrängeln müssen.
Welcher Sport ist überhaupt der Richtige? Was ist besser: Joggen, schwimmen oder Krafttraining? Und kann ich als älterer Mensch auch noch mit Ausdauersport beginnen? In einer mehrteiligen Serie geben wir die Antworten.