"Gott ist tot«, stellte vor langer Zeit der etwas durchgeknallte Philosoph Friedrich Nietzsche fest. Tatsächlich scheint das Christentum hierzulande nur noch bei einer Minderheit »in« zu sein. Die Lücke, die das hinterlässt, wird still und leise durch die neue Religion des Datenschaffens gefüllt. Zunächst im Urlaub und auf Reisen hat dieser Kult sich schleichend etabliert und ist mit seinen Ritualen inzwischen allgegenwärtig.
Der Tourist reist nicht mehr, um Länder, Menschen und Kulturen kennenzulernen, sondern um neue Daten zu schaffen. Dazu führt er kleine Kästchen mit sich, die er erhebt, sobald er etwas Neues erblickt. Sieht er nichts Neues, sondern zum Beispiel auf Mallorca nur seine Kegelbrüder, dann hebt er sein Kästchen eben vor diesen.
Jedenfalls muss am Ende des Urlaubs ein Datenträger von mindestens vier Gigabyte Größe mit Daten gefüllt sein, sonst hinterlässt die Reise ein schales Gefühl. Durch den Fortschritt der Technik, der es erlaubt, auch mit Telefonen jederzeit neue Datenmengen zu schaffen, hat sich das Praktizieren der neuen Religion auch in heimischen Gefilden eingebürgert. Vor allem jüngere Leute erheben jetzt auch im Alltag kleine Kästchen, um neue Datenmengen von Partyentgleisungen in ihrem Freundeskreis, Autounfällen oder Promis beim Einkaufen zu erschaffen.
Doch nicht nur die rituelle Vermehrung der Datensätze mittels Fotografie wird von den Jüngern des modernen Kultes betrieben. Sie schaffen neue Daten vor allem durch die permanente Kommunikation via Telefon, SMS, E-Mail und Skype. Und schon simple Einkäufe im Internet oder die Verwendung von Kunden- oder Kreditkarten lassen das Datenvolumen enorm anschwellen.
Angestachelt wird die religiöse Bewegung von Gurus, die im Zeichen des weltweiten Netzes oder des angebissenen Apfels vom Glück der Datenströme predigen und das Kommen einer wundervollen neuen Zeit verheißen. Es gibt sogar schon staatlich bezahlte Datenschützer. Und selbst die Vorratsspeicherung von Daten wird eifrig diskutiert, um dem Fluch einer als drohend empfundenen Datenlosigkeit zu entgehen. Unklar allerdings ist noch, wie das Paradies dieser neuen Religion aussieht. Harfen spielende Engel oder Jungfrauen für jeden Gläubigen darf man da nicht erwarten. Vielleicht aber unendlichen Speicherplatz.
Welcher Sport ist überhaupt der Richtige? Was ist besser: Joggen, schwimmen oder Krafttraining? Und kann ich als älterer Mensch auch noch mit Ausdauersport beginnen? In einer mehrteiligen Serie geben wir die Antworten.